Great American Songbook

Great American Songbook, englisch für »Großes Amerikanisches Liederbuch«, auch nur American Songbook, kein real existierendes Buch, sondern eine Art vager Kanon, welche US-amerikanischen Songs des 20. Jahrhunderts erinnerungswürdig sind und den Status von Standards erreicht haben.

In engerem Sinn zählen zu diesen Liedern von Autoren verfasste Kompositionen und Texte, nicht also traditionelle Folk-Songs, obwohl gelegentlich auch diese zum American Songbook gerechnet werden. Gemeint sind aber Songs, die zwischen den Jahren 1930 und 1960 entstanden, oft aus Broadway-Musicals und Hollywood-Filmen stammen und von bekannten Schauspielern oder Sängern, die gelegentlich auch im Film auftraten, gesungen wurden. Neben Film und Schallplatte war für die Verbreitung dieser Leider insbesondere der Rundfunk bedeutsam.

Mit dem Great American Songbook werden die Namen von Komponisten und Textern wie Irving Berlin, Duke Ellington, Harold Arlen, Hoagy Carmichael, Cole Porter, George Gershwin, Ira Gershwin, Henry Mancini und Rodgers/Hammerstein verbunden, zu den Songs gehören Titel wie »Over the Rainbow«, »Stormy Weather«, »White Christmas« »Cheek to Cheek«, »Mood Indigo«, »Summertime«, »Night and Day«, »Moon River« und »My Funny Valentine« – womit allerdings nur ein winziger Bruchteil genannt ist. Ohne eine adäquate Interpretation wären viele dieser Songs möglicherweise kaum populär geworden, so dass es Sängerinnen und Sängern wie Rosemary Clooney, Dinah Washington, Betty Carter, Judy Garland, Ella Fitzgerald, Frank Sinatra, Fred Astaire, Dean Martin, Bing Crosby und vielen anderen zu verdanken ist, das sich so etwas wie das Great American Songbook überhaupt herausbilden konnte. Nicht wenige der Songs wurden von den Jazzmusikern des Swing und des Bebop als Grundlage eigener Interpretationen und Improvisationen genutzt und stellen einen Großteil der so genannten Standards.

In jüngerer Zeit haben sich auch vereinzelt Rockmusiker der Lieder des Great American Songbooks angenommen, zu nennen wären etwa Bryan Ferry und Rod Stewart. Stewart präsentierte seine Interpretationen auf einer vier CDs umfassenden Reihe. Doch haben seit den 1950er-Jahren Rockmusiker sich immer auch an der Konstruktion der Songs orientiert. Die standardisierte Abfolge von Verses und Chorus etwa stammt von den Liedern des American Songbooks.