Groove

Groove, englisch für »Rille, Furche, Graben«, in Rock- und Popmusik ein mehrdeutig schillernder Begriff, der mit dem ursprünglichen Wortbedeutung sehr wenig zu tun hat und eigentlich nicht in andere Sprachen zu übersetzen ist.

Der Begriff Groove kann sowohl auf das Instrumentalspiel einer einzelnen Person wie einer Band wie auf ein Musikstück angewendet werden. Ein Musiker, der über einen »guten Groove« verfügt, kann sein Spiel rhythmisch und melodisch so gestalten, dass es große Anziehungskraft auf die Zuhörer ausüben kann. Gleiches gilt auch für das Zusammenspiel mehrerer Musiker einer Band, die ihre Musik so vorzutragen weiß, dass das Publikum quasi »mitgerissen« wird.
Ist der Groove eines Musikstückes gemeint, so bedeutet er etwa, dass beispielsweise ein Bass-Riff so kongenial mit einem Schlagzeug-Pattern verbunden ist, dass Sänger und übrige Instrumentalisten auf dieser Grundlage eine Brücke zum Publikum bilden können. Ein guter Groove lädt also zu einer Interaktion zwischen Musikern und Publikum ein, die sich nicht zuletzt im Tanz äußert. Natürlich spielt auch das angeschlagene Tempo eine wichtige Rolle. In gewisser Hinsicht ist der Begriff ebenso wenig an real Gegebenem dingfest zu machen wie der Begriff swing.
Es gibt im Soul der 1960er- wie in der Rockmusik der 1970er- wie auch im Funk der 1980er-Jahre diverse Musikstücke, die die Bedingungen eines »guten Grooves« erfüllen: »In The Midnight Hour« (1966) mit Wilson Pickett, »I Love To Boogie« (1977) von T. Rex und »Delirious« (1982) von Prince – um nur zwei wahllos herausgegriffene Beispiele zu nennen – verfügen über diese Qualitäten. Als »Faustregel« kann gelten, dass der Groove einer Band stimmt, wenn im Konzert die Menschen im Publikum spontan zu tanzen beginnen.



Diskografie

Wilson Pickett: In The Midnight Hour (1966; Single)
T. Rex: Dandy In The Underworld (1977)
Prince: 1999 (1982)



Literatur

Klingmann, Heinrich: Groove – Kultur – Unterricht. Studien zur Erschließung einer musikkulturellen Praktik; Bielefeld 2010