Half-time

Half-time, von englisch half für »halb« und »Zeit«, Eindruck einer Halbierung des Tempos, wobei sich auch die metrischen Verhältnisse zu ändern scheinen; der Eindruck von Half-time stellt sich nur im Zusammenspiel von wenigstens zwei Instrumenten ein.

Spielen zwei Musiker in einem festgelegten Tempo gleichzeitig, so liegen bei an einen Vier-Viertel-Takt gebundener Musik die Schwerpunkte – nicht notgedrungen auch die Betonungen oder Akzente – auf den Zählzeiten 1 und 3, kenntlich etwa an den Schlägen der Bass Drum bei einem gängigen Rock-Rhythmus. Spielt einer der beiden Musiker im Half-time-feel, so kommt auf jeder Zählzeit nur ein Schlag. Damit ändern sich für ihn auch die metrischen Verhältnisse: Während der im Grundmetrum bleibende Musiker auch weiterhin zwei Schwerpunkte in einem Takt hat – Zählzeiten 1 und 3 –, hat der im Half-time-feel spielende Musiker nur noch einen, weil es in seinem »gedachten« Takt, der eigentlich einem Zwei-Halbe-Takte entspricht, eben nur einen Schwerpunkt auf der Zählzeit 1 gibt. Auf die eigentliche Zählzeit 3 – ein schwächerer Schwerpunkt als der auf Zählzeit 1 –, hat der in Half-time agierende Musiker wiederum einen Schwerpunkt, der sich von dem auf der Zählzeit 1 in der Gewichtung nicht unterscheidet. Dadurch ergibt sich für den Hörer eine scheinbare Halbierung des Tempos.

Half-time-Spiel hat für den Solisten im Übrigen die Folge, dass er die beispielsweise einer achttaktigen Periode zugrunde liegenden Harmonien jeweils halbieren muss, da er ja nur »gedachte« vier Takte zu füllen hat. Das Gegenteil von Half-time-feel ist Double-time oder Double-time-feel, wodurch sich eine scheinbare Verdoppelung des Tempos ergibt.

Half-time spielt in Blues, Bluesrock und Rock in Form des Half-time-Shuffle eine gewisse Rolle. In der jüngeren Dance Music basiert der Dubstep auf einem Half-time-feel.