Harlem Jump

Harlem Jump, um 1940 in Harlem (New York) entstandener Jazz-Stil, der auf dem Swing basiert; im Gegensatz zum Big-Band-Swing dominiert im Harlem Jump die kleinere Combo.

Der im Laufe der 1930er-Jahre durch ausgeklügelte Arrangements stark formalisierte Swing der Big Bands führte dazu, dass sich einzelne Musiker aus den Bands zu kleineren Combos zusammenfanden, die den Musikern mehr Spielraum für Improvisationen ließen. Zu einer derartigen Formation gehörten neben der Rhythmus-Gruppe – Klavier, Gitarre, Bass, Schlagzeug – immer auch eine solistisch besetzte Bläsergruppe, bestehend aus Trompete, Posaune und ein oder zwei Saxofonen bzw. Klarinette. Derartige Combos bildeten sich auch aus den Big Bands heraus, so etwa aus denen von Duke Ellington und Benny Goodman. Eng verbunden mit dem Harlem Jump sind außerdem Namen wie Chu Berry, John Kirby, Cozy Cole und Louis Jordan.

Kennzeichen des Jumps sind weniger spezielle Kompositionen als die Art und Weise, wie vorhandene Swing-Standards – aber auch Kompositionen der traditionellen Kunstmusik wie auch lateinamerikanische Stücke – gespielt werden. Häufig betonen die Schlagzeuger besonders die Zählzeiten 2 und 4, die Bläser spielen im Kontrast zum Solisten kurze Riffs, während die Rhythmusgruppe einen konstanten Beat unterlegt. Besetzung wie manche Eigenheiten des Harlem Jump wurden später von Rhythm’n’Blues-Bands übernommen und fanden über diesen Weg Eingang in die Soul Music.