Harmonie

Harmonie, Zusammenklang mehrerer Töpne zu einem Akkord im Dur-Moll-tonalen System. Die Harmonielehre als eine theoretische Ergänzung der Kompositionspraxis befasst sich mit der Darstellung einzelner Akkorde innerhalb einer Tonart auf Grund von deren Stufenfolge oder von deren Funktion (Stufen-Harmonielehre, funktionelle Harmonielehre), besonders mit Kadenzverläufen, Ausweichungen und Modulationen von einer Tonart in die andere.

Da die Rockmusik zum überwiegenden Teil tonal angelegt ist, gelten die harmonischen Funktionen der Akkorde auch für sie. Unter Funktion versteht man den Stellenwert eines Akkordes in der Tonart. Drei Haupt- und drei Nebenakkorde werden unterschieden. Hauptakkorde sind

1. die Tonika (T), die den Ausgangs- und Ruheakkord auf der ersten Stufe bildet
2. die Dur-bzw. Moll-Subdominante (S) auf der vierten Stufe
3. die Dur-Dominante (D) auf der fünften Stufe, die eine Auflösung in die Tonika verlangt, sofern kein Trugschluss erfolgt. Die Nebenakkorde vertreten nach ihrer Funktion die Hauptakkorde und dienen dazu, einen harmonischen Gang abwechslungsreich zu gestalten bzw. eine Modulation vorzubereiten. Die Benennung der Nebenakkorde ist je nach Dur oder Moll verschieden:

1.die Tonika-Parallele (Tp) steht in Dur auf der sechsten, in Moll auf der dritten Stufe
2 die Subdominant-Parallele (Sp) ist in Dur die zweite, in Moll die sechste Stufe, während
3. die Dominant-Parallele (Dp) in Dur auf der dritten, in Moll auf der siebenten Stufe steht.

Einige Grundsätze der Zusammensetzung und Verbindung von Harmonien sind:

1. Trotz zusätzlich auftretender Töne bleibt die harmonische Funktion eines Akkordes erhalten. Solche Zusatztöne sind etwa die Sexte bei Tonika und Subdominante, die Septime bei der Dominante. In C-Dur bleibt der Akkord c e g a weiterhin Tonika, f a c d weiterhin Subdominante
2. Akkorde in der ersten Umkehrung behalten ihre ursprüngliche Funktion. In C-Dur sind also c e g und e g c funktional gleichwertig
3. bei Akkordverbindungen sind Einklang-, Oktav- und Quintparallelen zu vermeiden. Das gängige Mittel hierfür ist die Gegenbewegung.



Literatur

Mersmann, Hans: Musiklehre; Berlin 1929
Distler, Hugo: Funktionelle Harmonielehre, mit Beiheft:Lösung sämtlicher Aufgaben; Kassel1940
Piston, Walter: Harmony; New York 1944
Wolf, Erich: Die Musikausbildung, Band II: Harmonielehre; Wiesbaden 1972
Kramarz, Volkmar: Harmonieanalyse der Rockmusik; Mainz/London/New York/Tokyo 1983