Highlife

Highlife, zusammengesetzt aus englisch high für »hoch« im Sinne von hochgestellt und life für »Leben«, nach 1900 in Ghana entstandene Strömung populärer Musik, die sich im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in anderen Staaten Afrikas wie Sierra Leone, Nigeria und Liberia verbreitete; der Name geht angeblich auf den Umstand zurück, dass die Highlife-Bands vornehmlich für die sozial besser gestellten Schichten der genannten Länder spielten.

High Life ist eine Mischung von Elementen westafrikanischer Volksmusik mit jeweils aktueller westlicher Musik wie Jazz und später auch Rock- und Popmusik. Die Bands setzen sich meist aus einer Rhythmusgruppe, zu der Schlagzeug, Bass und meist zwei oder drei elektrische Gitarren gehören und einer Bläsergruppe zusammen; aus der Bläsergruppe kann durchaus ein Solist hervortreten, der dann im Jazz-Idiom spielt. Gesang, oft im Unisono-Chor, gehört obligat zum Highlife, typisch ist aber die Allgegenwart von zwei oder drei Rhythmusgitarren, deren hoher Klang den Gesamtklang der Musik bestimmt. Bei Europäern ruft die oft an lateinamerikanische Rhythmen orientierte Musik stets den Eindruck von Fröhlichkeit, Sonne, Meer und Strand hervor und wird in diesem Sinne auch etwa in Musik zu Werbefilmen eingesetzt.

In den USA und Europa sind nur wenige Musiker des Highlife bekannt, wenn auch etwa die Gruppe Osibisa wie auch die Bands von Fela Ransome Kuti gelegentlich einige Eigenheiten von Highlife in ihrer Musik aufgriffen. Einem interessierten Publikum sind etwa die Namen Koo Nimo, Bobby Benson, Et Mensah & The Tempos, The Ramblers Dance Band, Prince Nico Mbarga, Professional Uhuru Band, Chief Stephen Osita Osadebe und George Ayingo bekannt, obwohl die Zahl von Musikern und Bands weit größer ist.

Literatur

Bender, Wolfgang: Sweet Mother – Afrikanische Musik; München 1985
Oti, Sonny: Highlife in West Africa; Oxford 2009