Horn Band

Horn Band, auch Horn Rock Band, zusammengesetzt aus englisch horn für »Horn« im Sinne von Blasinstrument und Band für »Band«, Rockband, zu der obligat wenigstens ein Holz- oder Blechbläser gehört. Im engeren Sinne sind damit aber größere Gruppen gemeint, zu denen drei oder mehr Bläser gehören.

Mit horn sind zwar Blasinstrumente gemeint, aber nicht alle, Querflöte und Oboe beispielsweise sind in diesem Falle keine horns. Zu diesen gehören vielmehr diejenigen, die vorrangig im Big-Band-Jazz vertreten sind, also Trompete, Flügelhorn, Posaune und die Instrumente der Saxophon-Familie; ein Saxophon gilt also ebenfalls als horn. Horn Bands sind quasi »verkleinerte« Big Bands: Eine Rockband – Gitarre, Bass, Schlagzeug, eventuell Keyboards – bilden die Rhythm Section, Trompete, Saxophon und Posaune ein verkleinertes Abbild des in der Big Band mehrfach besetzten Bläsersatzes.
Bands dieser Besetzung waren im Rhythm and Blues schon lange üblich und auch im Soul präsent, als Ende der 1960er-Jahre weiße Musiker diese Besetzungsidee aufgriffen und Rock- und Popsongs für diese Besetzung schrieben und arrangierten. Chicago und Blood Sweat & Tears waren die ersten und kommerziell auch erfolgreichsten Vertreter dieser Musik, die seinerzeit als Jazzrock aufgefasst wurde. Als Miles Davis 1970 das Album »Bitches Brew« veröffentlichte, ging dieser Begriff relativ schnell auf diese Ausprägung des Jazz über, während die Musik von Chicago, BS&T, Chase, Dreams und weiteren ähnlichen Bands mehr nun als Brass Rock – wegen der in den Bands vertretenen Trompeter und Posaunisten – oder aber als Horn Bands firmierten. Zu diesen werden aber dann auch Formationen gezählt,die möglicherweise nur über einen einzigen Bläser, meist einen Saxophonisten, verfügten. Zu den Horn Bands werden neben den schon genannten etwa Lighthouse, The Bar-Kays, JJ Band, Colosseum, Average White Band, Messengers und Earth, Wind & Fire gerechnet.