Jewelcase

Jewelcase, englisch für »Schmuckkästchen«, Behältnis für eine einzelne Audio-CD von 12 Zentimetern Durchmesser; das Jewelcase ersetzt das früher für die Aufbewahrung von Langspielplatten übliche Cover aus dünnem Karton sowie die innere Hülle.

Ein Jewelcase besteht aus insgesamt drei Teilen, die meist aus glasklarem Polystyrol gefertigt werden: dem Deckel (Cover), der Rückseite und dem Tray. Tray und Rückseite sind durch einen Schnappmechanismus miteinander lösbar verbunden. In die an einer Seite der Rückseite eingebrachten Löcher greifen zwei am Deckel befindliche Nasen, bilden also ein einfaches Scharnier. Zu Beginn der CD-Ära bestand er Tray aus dunkelgrauem Kunststoff; später wurde hierfür ebenfalls klarer Kunststoff verwendet, um auch diese Fläche in die optische Gestaltung des Jewelcases einbeziehen zu können. Das Jewelcase dieser Art hat eine Größe, von 14,2 auf 12,5 Zentimetern und ist einen Zentimeter dick.
Zwischen Rückseite des Behälters und den Tray ist eine Einlage aus dünnem Papier, deren Gestaltung an die früherer LPs angelehnt ist, also etwa eine Auflistung der auf der CD enthaltenen Titel darstellt, außerdem den Copyright-Vermerk, das Veröffentlichungsjahr und den Namen des veröffentlichenden Labels.
Der Tray ist mit einem ausgeformten Mittelpunkt versehen, der in das in der CD befindliche Mittelloch geklemmt wird. Da die ursprüngliche Gestaltung mit 12 Nasen sich aufgrund des spröden Materials als sehr bruchempfindlich erwies, wurden auch andere Klemmvorrichtungen eingeführt, die allerdings längst nicht alle größere Verbreitung fanden. Die CD sitzt so im Tray, dass die bespielte Oberfläche nicht auf dem Träger selbst aufliegt. Recht oben auf dem Tray bedient sich eine Fläche, auf der unter Umständen ein Logo eingeprägt ist, das den Tonträger – der ja im Grunde ein Datenträger ist – als Audio-CD ausweist. In jüngerer Zeit bleibt dieser Platz häufig leer.
Im Deckel wird das eventuell vorhandene Booklet eingelegt. Es kann aus einem einzelnen Blatt bestehen, aber auch aus einem mehrseitigen Heft. Gehalten wird das Booklet von vier am Deckel ausgeprägten Nasen aus Kunststoff.
Für Singles wird eine einfachere Form des Jewelcases eingesetzt, das aus nur zwei Teilen besteht; es ist dünner als das normale Jewelcase. Da das Jewelcase sich als relativ anfällig herausstellte – besonders gefährdet sind die Halterung des Trays wie auch die Scharniere -, wurden bald Alternativen auf den Markt gebracht. Das mechanisch stabilere Super-Jewelcase ist äußerlich an den runden Ecken zu erkennen; Scharniere und die Mittelhalterung wurden verbessert.
Für die Verpackung von Audio-CDs hat sich neben dem Jewelcase auch das so genannte Digipak durchsetzen können: Es besteht aus dünnem Karton, ist in der Form wie ein Klapp-Cover gehalten und innen fest mit einem Tray aus Kunststoff verbunden. In das Digipack kann ein Booklet eingeschoben sein. Eine weiter Form von Karton-Behältern für CDs werden besonders im Niedrigpreis-Sektor eingesetzt; sei bestehen im einfachsten Fall lediglich aus einem auf einer Seite offenen Umschlag aus dünnem Karton.
Wie schon seinerzeit bei der LP biete auch die Verpackung einer CD einige Möglichkeiten der Gestaltung, wenn auch nicht in so einfacher Weise wie die früheren Kartonagen. Gerade die geringe Größe des Jewelcase wie des Digipaks erfordert Einschränkungen. Trotzdem sind im Laufe weniger Jahrzehnte bereits viele Audio-CDs in besonders gestalteten Behältern verkauft worden, oft in begrenzter Auflage.