Jingle

Jingle, englisch für »Geklingel, Werbespruch«, in engerem Sinne die Musik, die in einer Rundfunk-, Fernseh- oder Kinowerbung eingesetzt wird.

Firmen, die für eines ihrer Produkte werben und ein großes Publikum potentieller Kunden erreichen wollen, setzen dazu meist auf Massenmedien wie Rundfunk, Fernsehen und Kino. In alle Regel werden die dazu benötigten Werbe-Spots mit Musik unerlegt. Häufig benutzen etablierte Firmen dazu Bruchstücke von Rock- und Pop-Songs, in der Hoffnung, von der Bekanntheit dieser Musik profitieren zu können. Mitunter aber tritt das Gegenteil ein, das nämlich durch den Werbespot ein Song in den Focus des Publikumsinteresses tritt. So setzte die Jeans-Schneiderei Levis den Song »Should I Stay or Should I Go«, von der britischen Rockband The Clash 1982 veröffentlicht, 1991 für Kino- und Fernsehwerbung ein. Die Single wurde erneut veröffentlicht und brachte der Band fast zehn Jahre nach Veröffentlichung ihren einzigen Nr.-1-Hit ein. Ähnlich forcierte die amerikanische Firma Apple 2008 die Karriere der israelischen Sängerin Yael Naïm, als sie deren im Verein mit David Donatien geschriebenen Song »New Soul« für die Werbung eines ihrer Notebooks einsetzte, angeblich auf den Wunsch Steve Jobs’ selbst. Der Song brachte es in den US-Charts immerhin auf Platz 7. Für die deutsche Sängerin Inga Humpe war die Produktion eines Jingles für eine Zigarettenwerbung sogar der Anlass, die Formation 2Raumwohnung zu gründen.

In vielen Fällen, üblicherweise sogar in der Überzahl, wird aber Musik extra für einen Werbespot geschrieben. Mitunter wird dafür auch ein Rock- oder Popmusiker engagiert. Für das Einspielen der Jingles werden dagegen häufig Rock- und Popmusiker engagiert. Für Instrumentalisten ist das unproblematisch, häufig sogar eine sichere Einnahmequelle. Weniger günstig ist dies aber für Sängerinnen und Sänger, sind sie doch an ihrer Stimme erkennbar; anderseits hat es auch der Karriere des Opernsängers René Kollo nicht geschadet, dass er einst für die Textilfirma C & A eine Single besang.

Natürlich wird bei der Komposition für Jingles häufig bestehende Musik nachgeahmt, nicht zuletzt um Lizenzkosten zu sparen. Der jeweilige Komponist verkauft dann die Nutzungsrechte an der Komposition an seinen Auftraggeber, meist mit unbeschränkter Nutzungsdauer. Die Melodien für Jingles müssen natürlich alle Anforderungen erfüllen, die auch an Hits gestellt werden, also eingängig ein, die Aufmerksamkeit des Hörers sofort auf sich ziehen und möglichst für längere Zeit im Gedächtnis haften bleiben. Das gelingt Jingles ebenso selten wie vielen anderen Songs.

Diskografie

The Clash: Combat Rock (1982)
Yael Naïm & David Doantien: – (2007)