Lilith Fair

Lilith Fair, Bezeichnung für ein Konzert, das 1996 von der kanadischen Sängerin Sarah McLachlan in Halifax (Nova Scotia,Canada) gemeinsam mit der Sängerin Paula Cole veranstaltet wurde; aus dem Konzert entwickelte sich in den folgenden Jahren eine Konzertreihe in Form von Festivals, in deren Mittelpunkt Musikerinnen standen.

McLachlan hatte sich an der Praxis von Konzertveranstaltern gestoßen, auf den Auftritt einer Frau bei einem Festival auf jeden Fall den eines Mannes folgen zu lassen, niemals also die Auftritte zwei Musikerinnen oder von Musikerinnen geleiteter Bands hintereinander. In Paul Cole fand sie eine Verbündete, so dass zumindest eins der im Jahre von den beiden Sängerinnen gemeinsam gegebenen Konzerte nach der legendären Figur Lilith den Beinamen Lilith Fair erhielt. Der Erfolg dieser Auftritte bestärkte McLachlan darin, in den folgenden Jahren eine Reihe von Festivals unter diesem Namen zu organisieren.
Die erste Festival-Tournee fand 1997 statt; für die Ausrichtung der Tournee hatte McLachlan in der in Vancouver beheimateten Nettwerk Music Group potente Unterstützung gefunden. Die nach dem Vorbild der Lollapalooza-Festivals ausgerichteten Tournee umfasste 1997 36 Termine, 1998 57 und 1999 40 Termine. Bei den einzelnen Konzerten wurden jeweils drei Bühnen aufgebaut, wobei eine Village Stage genannte Bühne vor allem jüngeren, wenig bekannten Musikerinnen und Bands vorbehalten war. An den Konzerten nahm eine Vielzahl von Sängerinnen, Musikern und von Frauen geleiteter Bands teil, doch war lediglich Sarah McLachlan durch die Jahre an jedem der Konzerte beteiligt. Unter anderem traten bei Lilith Fair Tracy Chapman, Jewel, Suzanne Vega, Fiona Apple, Mary Chapin Carpenter, Cardigans, Emmylou Harris,Lisa Loeb, Indigo Girls, Cassandra Wilson, Victoria Williams, Juliana Hatfield, Susanna Hoffs, Madelein Peyroux, Lhasa, Joan Osbourne, Diana Krall, Cowboy Junkies, Beth Orton, Angelique Kidjo, Shawn Colvin, Natalie Merchant, The Pretenders, Dido und andere auf.
Nachdem die Festival-Reihe mit den Terminen 1999 ausgelaufen war, wurde 2010 der Versuch unternommen, Lilith Fair wieder zu beleben; von den geplanten 36 Terminen fanden dann allerdings nur 23 tatsächlich statt. Anfang 2011 gab Sarah McLachlan bekannt, dass sie das Konzept der Lilith Fair nicht weiter verfolgen werde. Das Festival hatte im Laufe der Jahre den milden Spott der Öffentlichkeit hervorgerufen und diverse Beinamen erhalten, von denen »Girlapalooza« und »Breast-fest« zu den harmloseren gehören.



Weblink

http://www.lilithfair.com/ (Offizielle Website der Festival-Reihe Lilith Fair)