Liner Notes

Liner Notes, auch Sleeve Notes, von englisch album liner als Bezeichnung für die innere Hülle, auf der inneren oder die Rückseite der äußeren Hülle abgedruckter Text; das Wort wird auch für die Texte in CD-Booklets benutzt.

Schon relativ früh in der Schallplatten-Produktion wurde die Möglichkeit entdeckt und genutzt, Text auf die aus Papier bestehenden Staubschutzhüllen der Schallplatten zu drucken. Als die Schallplatten mitsamt ihrer inneren Hülle später in die bekannten, aus relativ dünner Pappe gefalteten Cover gesteckt wurden, wurde der Text nunmehr auf die Rückseiten dieser äußeren Hüllen gedruckt. Nicht zuletzt aus Werbezwecken, denn damit war die Möglichkeit gegeben, der Schallplatte erklärende Worte über die jeweils enthaltene Musik mitzugeben. Spätestens in den 1970er-Jahren wurde auch die innere Hülle wieder mit Werbung bedruckt.
Zu dieser Zeit waren Liner Notes für mit Kunstmusik oder Jazz bespielte Platten längst üblich. Sie enthielten Informationen zu den Musikern, zu den Kompositionen, musikhistorische Erläuterungen, oft auch ästhetische Wertungen. In diesem Bereich wurden die Liner Notes geradezu zu einer literarischen Form. Plattenfirmen wählten die jeweiligen Autoren mit Bedacht aus, oft waren es namhafte Musikjournalisten oder Musikwissenschaftler.
In der Rock- und Popmusik waren Liner Notes bis in die 1960er- Jahre eher selten zu finden. »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« von 1967 war eine der ersten LPs, die wenigstens die Texte der Songs enthielt. Zwar war es bald gängig, einer LP die Songtexte mitzugeben, Liner Notes, wie sie etwa auf den Covers von Jazz-Platten zu lesen waren, blieben aber die Ausnahme. Manche enthielten Texte, die einer der Musiker selbst geschrieben hatte – der Sänger und Pianist der britischen Gruppe Procol Harum, Gary Brooker, etwa beschrieb auf der LP »Live – In Concert with the Edmonton Symphony Orchestra« (1972) seine Empfindungen unmittelbar vor dem Konzert –, andere endlose Danksagungen der Musiker an alle und jeden oder akribische Auflistungen ihres Equipments. Mochte das hier und da schon in ironischer Absicht verfasst worden sein, so gab es in der Rockmusik auch einige Schallplatten-Cover, die Parodien ernsthafter Liner Notes, wie sie etwa Ralph J. Gleason, Nat Hentoff oder Uwe Nettelbeck anderen Schallplatten beigefügt hatten, enthielten. Eine zunächst schwer erkennbare Parodie gab die amerikanische Formation The Residents ihrer 1977 veröffentlichten LP »Meet the The Residents« mit; ebenso die amerikanische Band The New York Rock & Roll Ensemble: Der Text auf dem Beiblatt zu ihrem 1968 veröffentlichten Debütalbum gibt vor, Nachdruck einer kritischen Würdigung zu sein, zuerst erschienen in einer Frauenzeitschrift.
Da seit den 1980er-Jahren viele LP als CD wieder veröffentlicht werden, wird diese Gelegenheit mitunter dazu genutzt, die Umstände der Produktion der jeweiligen LP zu beschreiben und eine Art Wirkungsgeschichte zu dokumentieren. Derartige Liner Notes erhielt etwa die CD-Ausgabe der LP »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« 1987.



Diskografie

The Beatles: Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)
The Beatles: Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band (CD-Veröffentlichugn 1987)
Procol Harum: Live – In Concert with the Edmonton Symphony Orchestra (1972)
Teh New York Rock & Roll Ensemble: – (1968)
The Residents: Meet The Residents (1974/1977)