Live Aid

Live Aid, zusammengesetzt aus englisch live für »lebend« und aid für »Hilfe«, zu Hilfe kommen«, zwei Konzerte, die 1985 als Benefizveranstaltung für die Bevölkerung Äthiopiens, die seinerzeit (1984/1985) unter einer Hungersnot litt, veranstaltet wurden; vorangegangen war der Veranstaltung Ende 1984 eine »Band Aid« genannte Aktion, bei der die Single »Do They Know That’s Christmas« produziert wurde.

Die Rockmusiker Bob Geldof (* 1951), Sänger der britischen Rockband The Boomtown Rats, und Midge Ure (* 1953), Mitglied der britischen Rockband Ultravox, hatten 1984 unter dem Eindruck einer Fernsehsendung über die Not der Bevölkerung in Äthiopien die Aufnahme einer Single angeregt und unter dem Titel Band Aid organisiert. An den Aufnahmen des von Geldof und Ure komponierten Songs waren neben anderen etwa Paul McCartney, Phil Collins und Sting beteiligt. Die spontane Bereitschaft vieler Musiker, an der Produktion der Single mitzuwirken, wie auch der kommerzielle Erfolg des Song veranlasste die beiden Musiker, zwei Konzerte zu planen, die in einem Wortspiel mit »Band Aid« und »Live« im Sinne von Konzert zwei Konzerte zu planen, die zeitgleich in London in Großbritannien und in Philadelphia (Pennsylvania) in den USA ausgerichtet werden sollten; als Konzertorte wurden das Wembley Stadium in London und das JFK Stadium in Philadelphia gebucht.
An beiden Konzerten nahmen etwa in London Status Quo, The Boomtown Rats, The Style Council, Ultravox, Spandau Ballet, Elvis Costello, Nik Kershaw, Sade, Sting, Phil Collins, Howard Jones, Bryan Ferry, David Gilmour, Paul Young, U2, Dire Straits, Queen, David Bowie, The Who, Elton John und Paul McCartney, in Philadelphia Joan Baez, The Hooters, The Four Tops, Black Sabbath, Run-D.M.C., REO Speedwagon, Crosby, Stills & Nash, Judas Priest, Bryan Adams, The Beach Boys, Simple Minds, George Thorogood and the Destroyers, Santana, The Pretenders, Pat Metheney, Madonna, Tom Petty, Neil Young, Eric Clapton, Phil Collins, Led Zeppelin, Duran Duran, Mick Jagger, Bob Dylan, Keith Richards, Ron Wood und Lionel Richie teil; Collins war unmittelbar nach seinem Auftritt in London mit einem Concorde-Überschallflugzeug nach Philadelphia geflogen, um dort aufzutreten. Die Konzerte wurden von Fernsehsendern in mehr als 100 Ländern übertragen und von vermutlich etwa 1,5 Milliarden Menschen am Bildschirm verfolgt. Da alle auftretenden Musiker und Bands auf Gagen verzichteten, betrugen die Einnahmen aus während der Konezrte gespendeten Beträgen etwa 120 Millionen Dollar. Die kamen allerdings nicht komplett der äthiopischen Bevölkerung zugute, sondern verschwanden zum Teil in den Taschen des damaligen Machthabers des Landes, Mengistu Haile Mariam.
In der Zeit nach den Konzerterminen kam es zu einigen Animositäten unter Musikern, Veranstaltern und der Presse. Aus unterschiedlichen Gründen hatten diverse Stars – obwohl mache schon annonciert waren – nicht an einem der Konzerte teilgenommen, darunter Bruce Springsteen, Eurythmics, Deep Purple, Billy Joel, Yusuf Islam, Michael Jackson, AC/DC und Tears for Fears.
Die Vermarktung der Konzerte auf CD war zunächst nicht geplant, weil die Live-Aid-Veranstaltung nach Geldofs Willen ein einmaliges Ereignisse sein sollte; ein vier DVD umfassender Fernseh-Mitschnitt wurde erst 2004 veröffentlicht. Tonaufnahmen der beiden Konzerte existieren allerdings in verschiedener Form, teils auch nur in Bruchstücken. Es gibt natürlich eine Reihe von ↑Bootlegs.
2005 stießen Geldof und Ure im Vorfeld der G8-Konferenz in Schottland eine Wiederholung der Aktion an, die unter dem Titel Live 8 im Juli des Jahres tatsächlich in diversen Städten – London, Versailles, Johannesburg, Berlin, Rom, Philadelphia, Barrie (Kanada), Chiba, Moskau und Edinburgh sowie in einigen kleineren Städten – stattfand. Auch diese Konzerte wurden weltweit von 182 Fernsehsendern ausgestrahlt. Zu den Musikern und Bands, die bei einem der Konzerte von Live 8 auftraten gehörten viele, die auch schon 20 Jahre zuvor bei Live Aid aufgetreten waren; außerdem waren auf einer der Bühnen etwa Pink Floyd, Chuck Berry, Bruce Cockburn, Deep Purple, Mötley Crüe, Randy Bachman, a-ha, Brian Wilson, BAP, Die Toten Hosen, Green Day, Herbert Grönemeyer, Roxy Music, Angelique Kidjo, Dido, Peter Gabriel, Youssou N’Dour, Beverley Knight, Annie Lennox, James Brown, Natasha Bedingfield, Texas, Wet Wet Wet, The Corrs, Coldplay, Elton John, Joss Stone, R.E.M., Snoop Dog, Sting, Stereophonics, Pet Shop Boys, Muse, Placebo, The Cure, Steve Wonder, Faith Hill, Laura Pausini, Destiny’s Child, Bon Jovi, Kanye West, Linkin Park, Maroon 5 und Björk zu sehen. Live 8 wurde im Rahmen der Aktion »Make Poverty History« veranstaltet. Eine DVD mit Ausschnitten aus den Konzerten wurde noch im selben Jahr veröffentlicht.