Loop

Loop, englisch für »Schleife«, Ostinato, das mit Hilfe technischer Mittel unablässig wiederholt wird; von Bedeutung ist, dass die Wiederholungen absolut identisch mit der ostinaten Grundlage sind. Der Name bezieht sich auf aus bespielten Tonband-Abschnitten geklebten Endlos-Schleifen.

Ein Loop kann beispielsweise aus einem Sample eines Schlagzeug-Rhyhtmus’ oder einem Riff bestehen; wichtig ist, dass sich das Sample zur Periodenbildung bruchlos verketten lässt oder aber selbst schon eine Periode darstellt. Das Sample ist der Loop, der etwa in einen Sequencer oder in eine Digital Audio Workstation (DAW) eingegeben wird; anschließend wird der Loop in der Software kopiert, so dass sich aus einer beliebigen Anzahl der aneinander gereihten Kopien beispielsweise eine komplette Schlagzeugspur ergibt. Besteht der Loop etwa aus einem Sample von vier Takten Länge, so ergeben die aneinander gefügten Kopien acht, 12, 16 usw. Takte.

Loops müssen nicht zwangsläufig aus einem Sample authentischer Klänge bestehen. Häufig werden in der Arbeit mit einer DAW Loops mithilfe der eingebauten Software-Synthesizer konstruiert und dann vervielfältigt. Loops bestehen in den meisten Fällen aus einem oder zwei Takten, nicht selten aber auch nur aus einem Bruchteil eines Taktes. Der Musiker muss lediglich darauf achten, dass die Verbindung der Loops im Zeitmaß korrekt ist.

Loops können auch ad hoc, etwa bei einem Konzertauftritt, konstruiert werden: Bei diesem Live Looping genannten Verfahren spielt etwa ein Gitarrist ein Riff, das mittels eines elektronischen Effektgerätes, dem Looper, unablässig wiederholt wird. Während dieser Wiederholungen kann der Gitarrist sein eigenes Spiel unterbrechen oder aber zu dem Loop eine zweite Stimme spielen. Technisch sind Looper kleine Sample-Geräte, die das gesamplete Signal sofort und so lange wieder ausgeben, bis der Musiker die Ausgabe abbricht. Viele Musiker nutzen Looper auch als Hilfsmittel beim Üben.

Hinter der Idee des Loops steht im Grunde genommen die Idee der Maschinenmusik; Loops sind also, wenn auch unter anderen Namen (Ostinato), in der Musik als Möglichkeit längst bekannt. In mechanisierten Glockenspielen und Spieluhren, erst recht in diversen mechanischen Musikinstrumenten werden Loops verwendet. In der Kunstmusik des 20. Jahrhunderts wurde diese Idee aufgegriffen und als Grundlage für Kompositionen verwendet; derartige Werke stammen etwa von Edgar Varèse, John Cage, Steve Reich und Phil Glass. Auch in der elektronischen Musik etwa Karlheinz Stockhausens spielen Loops eine zentrale Rolle, zumindest früher tatsächlich in Form realer Tonbandschleifen.

Da die etwa seit den 1970er-Jahren in der Produktion von Rock- und Popmusik gebräuchlichen Sequencer es leicht ermöglichen, bereits vorhandene Abschnitte einer Komposition in beliebiger Anzahl zu kopieren und die Kopien aneinander zu reihen, wurde das Konstruieren von Loops vor allem im Hiphop und der Tanzmusik zu einem gängigen Kompositionsverfahren.