Lydisches Konzept

Lydisches Konzept, Methode zur Komposition und Improvisation, die 1953 von dem amerikanischen Jazzpianisten, Komponisten und Musiktheoretiker George Russell (* 1923) in seiner Schrift »Lydian Chromatic Concept of Tonal Organization« vorgelegt wurde.

Kern des Lydischen Konzeptes ist, dass nicht über die einem Thema zugrunde liegenden Harmonien improvisiert wird, sondern über gegebnen Skalen. Dabei kann eine Form durch die Zuweisung verschiedener Skalen auf verschiedene Abschnitte einer Komposition erzeugt werden. Russells Konzept ist Grundlage des Modalen Jazz, wie er sich – soweit es tonal gebundenen Jazz betrifft – seit den 1950er-Jahren durchgesetzt hat, etwa in der Musik des Trompeters Miles Davis und des Saxofonisten John Coltrane. Russell selbst hatte sein Konzept bereits seit den 1940er-Jahren in Kompositionen erprobt, die zwischen Jazz und Kunstmusik stehen, zunächst aber keine Wirkung auf den Jazz zeigten. In der Rockmusik spielt das Lydische Konzept keine Rolle, wenn auch der Organist und Pianist der amerikanischen Band Chicago, Robert Lamm, sich auf dieses Konzept berief.