Macca Pop

Macca Pop, auch Maccapop, vermutlich journalistisch, zusammengesetzt aus Macca, der Abkürzung für Mc oder Mac als Teil eines Nachnamens, hier aber insbesondere als Spitznamen für Paul McCartney gebraucht, und Pop; Bezeichnung für Rock- und Popmusik, die auf der Grundlage von Elementen der Songs der Beatles und derer von Paul McCartney produziert wird.

Der Begriff kam wohl in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre auf und wurde zunächst vor allem in der britischen Musikpresse verwendet; meist schwingt dabei eine mit milder Ironie versehene Hochachtung des Könnens McCartneys mit, natürlich aber auch eine gewisse Distanzlosigkeit. Macca Pop ist dann auch eine Musik, die mit der Nachahmung der Songs von McCartney, die er etwa zwischen 1965 und 1980 schreib und veröffentlichte, ihr Publikum zu erreichen versuchte. Nachgeahmt werden dabei instrumentale Arrangements, ausgeklügelte E-Bass-Linien und vor allem der Gesang; förderlich ist dabei natürlich eine der Stimme McCartneys ähnliche Stimme.

Macca Pop ist im Prinzip schon in den 1960er-Jahren aufgetreten, indem diverse Rockbands und -sänger die Songs der Beatles nachahmten, und zwar nicht in Form von Cover Versions, sondern in neu komponierten Songs. In engerem Sinne wurde Macca Pop aber erst nach Auflösung der Beatles evident: Die Kompositionstechnik McCartneys – die ohne Zutun John Lennons, George Harrisons, Ringo Starrs und natürlich George Martins nicht hätte entstehen können – war zu diesem Zeitpunkt aber schon als ständige Möglichkeit in der Rock- und Popmusik verwurzelt, Macca Pop also ohne jede Ironie möglich. So sind die meisten Songs von Bands wie Electric Light Orchestra, 10cc oder Ron Sexsmith und auch Elvis Costello nicht verkappte Parodien wie die beispielsweise von The Rutles, sondern mehr oder weniger clevere – und nicht selten spekulative – Beispiele der intensiven Auseinandersetzung mit McCartneys Kompositionstechnik. In der Konsequenz lassen sich auf dieser Grundlage ganze Karrieren aufbauen – wie etwa die vielen Alben der amerikanischen Studio-Band Strawberry Walrus mit ihren zwischen kommerziellem Kalkül und etwas vagem Willen zur Parodie eindrücklich beweisen.

Diskografie

Eelctric Light Orchestra: The Night the Light Went on in Long Beach (1974)
10cc: Deceptive Bends (1977)
Elvis Costello: Spike (1989)
Ron Sexsmith: Exit Strategy of the Soul (2008)
The Rutles: The Rutles (1978)
Strawberry Walrus: Macca (2008)