Maxisingle

Maxisingle, auch Maxi-Single oder nur Maxi, Bezeichnung für einen Tonträger, der lediglich zwei, drei oder vier Songs enthält; ursprünglich bezog sich der Begriff auf Schallplatten, die bei einem Durchmesser von 30 cm und einer Abspielgeschwindigkeit von 45 Umdrehungen je Minute nur zwei oder drei Tracks enthielten, diese aber oft in speziell für den Gebrauch in Diskotheken angefertigten Abmischungen. So wurden diese Ende der 1970er-Jahre aufgekommenen Schallplatten auch Disco-Single genannt.

Maxisingles wurden und werden ausschließlich im Bereich der so genannten U-Musik veröffentlicht. Sie enthalten Songs, die auch Bestandteil einer LP bzw. CD sind, diese aber in mehreren Varianten – mindestens in kürzerer oder längerer Fassung, manchmal auch als Instrumental. Im Laufe der 1980er-Jahre konnte sich das Format der Maxisingle als ideales Forum für Remixes etablieren; die Platten enthielten also von der ursprünglichen Fassung mitunter radikal abweichende Fassungen eines Songs. Das Format behauptete sich auch in der Phase des Experimentierens zu Beginn der Einführung der CD, als es auch Single-CDs mit kleinem Durchmesser gab. Spätestens zu Beginn der 1990er-Jahre wurden die verschiedenen CD-Formate aufgegeben und seitdem erscheinen auch Maxisingles in Form einer gewöhnlichen CD.
Sinn der Herstellung von Maxisingles war die Annahme, dass aufgrund des bei relativ geringer Spieldauer überreichlich vorhandenen Aufzeichnungsraumes beim Schnitt der Platte der so genannte Vorschub vergrößert werden konnte; dies sollte ein bessere Basswiedergabe zur Folge haben. Das eigentliche Anliegen der Industrie dürfte aber lediglich in einer Verbreiterung des Angebotes bei gleich bleibender Größe des Ausgangsmaterials gewesen sein. Dies war das eigentliche Novum der Maxisingle.