Mento

Mento, erste schwarze, seit den 1930er-Jahren manifeste Volksmusik auf Jamaika, Vorläufer des Ska und damit der Reggae Music.

Mento ist die Musik der aus Afrika nach Jamaika verschleppten Sklaven. Hier kamen diverse Elemente europäischer Volksmusik und afrikanischer Volksmusik zusammen, erkennbar vor allem am Instrumentarium: Gitarre, Banjo, Trommeln wie Conga und Bongos und ein später als »Rhumba Box« bezeichnetes Lamellophon, also ein großes, wie eine Mbira gebautes Daumenklavier, das als Bassinstrument benutzt wurde. Die Musik selbst stand unter starkem Einfluss des karibischen Calypso, so dass Mento und Calypso häufig als ein und dieselbe Sache gesehen wird, was aufgrund der im Mento fehlenden Elemente spanischer Musik nicht korrekt ist. In Rechnung zu ziehen ist auch, dass die auf den Zuckerrohrplantagen arbeitenden Sklaven keineswegs jederzeit Musik machen durften, sondern sich die auf die Sonnabende sowie auf Festtage wie Ostern und vor allem Weihnachten beschränken mussten. Die Musik, die zu diesen Festtagen gespielt wurde, nahm deshalb Einfluss auf den Mento.

Seit den 1930er-Jahren wurden Mento-Stücke gelegentlich auch auf Schallplatte festgehalten und bis in die 1940er-Jahre hinein konnte sich der Mento als die Volksmusik der Schwarzen auf Jamaika etablieren.

So konnten Mento-Musiker wie etwa Louis Bennett, Count Lasher, Lord Flea, Lord Tanamo, Lord Lebby, Lord Fly und nicht zuletzt Laurel Aitken, der als Urheber des Ska gilt, Schallplatten aufnehmen, von Bedeutung sind etwa auch die Aufnahmen von The Jolly Boys. Die Verbindung in die USA führte dann dazu, dass ein Sänger wie Harry Belafonte (* 1927) in er zweiten Hälfte der 1950er-Jahre weltweit größte Erfolge mit »karibischer« Musik, also auch mit dem vom Mento beeinflussten »Day-o« dem »Banana Boat Song« erreichen konnte. Die Gute-Laune-Schönes-Wetter-Musik Belafontes entsprach im Wesentlichen ja auch den Inhalten der Mento-Songs, in denen Klagen über soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen nicht vorkamen.

Die erste Generation der Ska- und Reggae-Musiker kannte den Mento, Bob Marley sang als Halbwüchsiger Mento-Songs. Die Musik blieb lebendig, selbst wenn zeitweilig Ska und Reggae im Vordergrund standen; genauere Untersuchungen könnten ergeben, welchen direkten Einfluss Mento-Musik auf den Reggae nahm.

Weblink

http://www.mentomusic.com/ (Website mit Informationen zum Mento)