Merchandising

Merchandising, englisch merchandise für »Handelsware«, Verkauf von Fantartikeln; Merchandising wurde seit der 1980er-Jahre zu einem bedeutenden Zweig der Musikindustrie.

Gemeint ist damit der Verkauf von Produkten, die zwar selbst nicht unbedingt mit Rockmusik zu tun haben, die ohne sie aber wiederum nicht denkbar ist, wie etwa T-Shirts, Schals, Badges, Programmhefte und allerlei anderer Nippes. Mittlerweile zählen aber selbst Tonträger zum Merchandising. Abnehmer dieser Gegenstände sind vor allem Konzertbesucher, zumeist also Fans der jeweiligen Gruppe oder des Musikers. Regelmäßig weisen Programmhefte darauf hin, dass diese Gegenstände auch bei einem Versandhändler bestellt werden können. Merchandising ist somit nicht mehr an den Augenblick des Konzertes gebunden.
Das Recht, diese Artikel am Konzertort verkaufen zu dürfen, lassen sich Rockgruppen zumeist teuer bezahlen; Merchandising kann noch vor dem Erlös aus dem Verkauf von Konzertkarten und dem nach dem Konzert zu erwartenden höheren Plattenumsatz die bedeutendste Einnahmequelle einer Konzertournee. So konnte der Kanadier Michael Cohl den Rolling Stones eine Summe von 70 Millionen Dollar für ihre Tourneen 1989/90 garantieren, da diese Summe mit dem Verkauf von T-Shirts, Programmheften usw. finanziert wurde. Die Rolling Stones waren Vorreiter des Merchandisings.
Tatsächlich stieg die kommerzielle Bedeutung von Konzerten und dem damit verbundenen Merchandising parallel zum Niedergang des Tonträgermarktes. Selbst unbedeutende Rockbands legen spätestens seit Ende der 1990er-Jahre ebensoviel Wert auf die Gestaltung von T-Shirts und Baumwolltaschen wie auf die gelegentlich Produktion einer EP oder CD; mitunter werden CDs anlässlich von Konzerten sogar verschenkt, während andere Merchandising-Artikel bezahlt werden müssen. Da diese Artikel in aller Regel nur in geringen Stückzahlen und dem jeweiligen Anlass angepasster einmaliger Gestaltung produziert werden, hat sich ein Sammlermarkt gebildet. Natürlich haben diese Sammlerstücke wegen ihrer Anschaulichkeit auch museales Potential.