Metronom

Metronom, zusammengesetzt aus altgriechisch Metron für »Maß«, und altgriechisch Nomos für »Namen«, mechanisch angetriebener Taktmesser

Der Taktmesser besteht aus einem aufziehbaren Uhrwerk, das ein aufrecht stehendes Pendel antreibt; die gesamte Mechanik ist in einem Gehäuse untergebracht, das meist aus Holz gefertigt ist und die typische, annähernd pyramidenartige Form aufweist. Auf das Pendel wird ein kleines Gewicht geschoben, das jeweils in auf das Pendel geprägte Kerben verschoben werden kann: Je höher auf dem Pendel das Gewicht sich befindet, desto langsamer schlägt das Pendel um einen Nullpunkt nach links und rechts aus. Die Prägung auf dem Pendel steht in Relation zu einer fest senkrecht stehenden Skala im Gehäuse des Metronoms.
Diese Skala wiederum nimmt Bezug auf die bekannten Tempo-Vortragsbezeichnungen wie Adagio, Moderato oder Presto, denen jeweils ein Zahlenbereich zugeordnet ist. Die Zahlen bedeuten Schläge je Minute; die Schläge werden jeweils durch ein vom Metronom erzeugtes kurzes Knacken hörbar gemacht. So bedeutet die auf die Skala gedruckte Zahl 100, dass das Metronom, dessen Pendelgewicht auf diesen Wert eingestellt ist, einhundert mal je Minute das Knackgeräusch hören lässt. Bei manchen Metronomen kann zusätzlich der Klang eines Glöckchens eingeschaltet werden, wodurch es möglich ist, beispielsweise zu jedem vierten Knack zusätzlich das Glöckchen zu hören. So kann etwa die Zählzeit eins in einem Takt besonders markiert werden.
Ein Komponist kann seinem Werk mit Hilfe des Metronoms eine genaue Tempobezeichnung geben, in dem er am Kopf der Partitur die Zahl der Schläge je Minute angeben kann. Dazu wird ein bestimmter Code benutzt: M.M. Notenwert (z. B. ein Viertel) = 64 bedeutet, das bei Einsatz eines Metronoms nach Mälzel je Minute 64 Viertelwerte gespielt werden sollen. Auf diese Weise wird eine stark der Interpretation unterworfene Angabe wie etwa »Moderato« durch den eindeutigen und verbindlichen Zahlenwert ersetzt.
Die heute üblichen mechanischen Metronome gehen auf eine Konstruktion von Johann Nepomuk Mälzel (* 1772, † 1838) zurück, die dieser 1815 auf Anregung Ludwig van Beethovens aus verschiedenen Vorläuferkonstruktionen anderer Mechaniker baute und schließlich zum Patent anmeldete. Die erste mit einer exakten Zeitangabe versehene Komposition war Beethovens Sonate für Klavier op. 106 (1817), die so genannte »Hammerklaviersonate«.
In jüngerer Zeit kann das mechanische Metronom durch elektronische Metronome ersetzt werden, die das Zeitmaß nicht nur akustisch, sondern auch optisch durch das Aufleuchten einer Leuchtdiode anzeigen können. Elektronische Metronome weisen noch weitere Vorteile auf: Anders als die mechanischen Metronome können sie nicht »erlahmen« und langsamer werden; auch ist es möglich, die Zeitangabe über Kopfhörer zu verfolgen.
Der Sinn eines Metronoms liegt nicht nur in der Möglichkeit, für ein Musikstück eine eindeutige Tempoangabe und damit eine Angabe seiner zu Dauer vorzuschreiben, sondern auch darin, im Instrumentaltraining exaktes Spiel und gleichmäßiges Spieltempo zu erreichen.