Pentatonik

Pentatonik, von altgriechisch penta für »fünf«, Tonsystem, das auf fünf Tönen beruht.

Im Gegensatz zum relativ jungen diatonischen Tonsystem des Abendlandes werden im älteren pentatonischen System nur fünf Töne verwendet. Man unterscheidet die halbtonlose oder anhemitonische Pentatonik (in der also keine Halbtonschritte vorkommen) von der Pentatonik mit Halbtonschritten. Die ältere halbtonlose Pentatonik kennt verschiedene Modelle, z.B. d e g a c d oder d f g a c d; eine pentatonische Skala mit Halbtonschritten ist etwa d e f a h d. Außer in älteren europäischen Musikschichten, so in der alten südosteuropäischen Bauernmusik, wird Pentatonik in manchen außereuropäischen Kulturen auch heute noch verwendet (Japan, China). Ihr Reiz des Einfachen, Vergangenen, auch Exotischen wurde und wird auch von Rockmusikern und vor allem Blues– und Bluesrock-Musikern erkannt und nicht selten eingesetzt, zu hören etwa in »Spoonful« von Willie Dixon in der Interpretation von Cream und Canned Heat. Aber auch zahlreiche jüngere Rockstücke, vor allem im Hardrock und Heavy Metal basieren auf pentatonischen Leitern, so etwa »Black Night« und »Smoke On The Water« von Deep Purple. Viele Gitarristen verwenden Pentatonik mitunter lediglich innerhalb ihrer Soli.

Pentatonik ermöglicht auch musikalischen Laien einen schnellen Zugang zur Erzeugung zur Musik: Die fünf schwarzen Tasten eines Tasteninstrumentes lassen beim Spiel eine halbtonlose Pentatonik erklingen. Es ergibt sich zwar immer – gleichgültig, welche Tasten gleichzeitig angeschlagen werden –, wohlklingende, aber auch seltsam spannungslose Musik.