Percussion

Percussion, englisch für »Schlaginstrumente«, aber auch nur für »Schlag«

1) Schlaginstrumente, Idiophone (Membranophone, Metallophone, Lithophone), Oberbegriff für Schlaginstrumente aller Art.

Der Begriff meint zwar alle Schlaginstrumente, doch werden in der Regel – etwa auf Plattencovers – das Drum Set wie meist auch Malletinstrumente ausgeklammert. In einem etwas verengten Sinn sind also alle anderen Schlaginstrumente gemeint: Conga, Bongo, Shekere, Caxixi, Timbales, Tabla, Djembe, Schellenring, Claves, Kastagnetten, Cajón, Vibra-Slap, Holzblock, Guira, Fingerbecken, Agogo, Triangel, Tamtam, Gong, Kuhglocke, Chimes, Cabasa, Quijada, Schellen und weitere mehr. Als Tuned Percussion werden gestimmte Schlaginstrumente bezeichnet, etwa Xylophon, Vibraphon und Marimbaphon, während Assorted Percussion eben nur einen Teil aus der Vielzahl der Schlaginstrumente meint; beide Begriffe werden allerdings nur selten angewendet. Häufiger anzutreffen ist die Bezeichnung Latin Percussion für das Arsenal der aus Lateinamerika stammenden Schlaginstrumente.

Der Begriff selbst – obwohl natürlich längst eingeführt – wurde etwa ab Ende der 1960er-Jahre in stärkerem Maße angewendet. Seinerzeit waren mit dem Latin Rock etwa von Carlos Santana und dem Jazzrock Spielarten der Rockmusik in das Bewusstsein des Publikums getreten, zu denen obligat neben dem Drum Set diverse andere Schlaginstrumente gehörten. So gehörten neben dem Drummer hinter dem Drum Set auch diverse weitere Musiker zu einer Band, die eben die Schlaginstrumente spielten. Da diese auf den Plattencovers genannt werden mussten, wurde der Begriff Percussion geläufig.

Aus den üblichen Klassifikationen von Musikinstrumenten, etwa der von C. Sachs und E. von Hornbostel, fällt der Begriff heraus, da er nicht auf die Eigenarten der Instrumente wie Tonerzeugung oder Bau eingeht, sondern lediglich auf die Spielweise.

2) Zuschaltbarer Effekt bei Hammond-Orgeln, später auch bei diversen elektronischen Orgeln. Eine Hammond-Orgel verfügt über drei zuschaltbare Percussion-Effekte: Soft Percussion, Fast Percussion und Third Percussion; die Effekte können einzeln oder gemeinsam benutzt werden. Der Effekt selbst besteht darin, dass dem Orgelton ein zusätzlicher Ton – der des 1’-Zugriegels – beigemischt wird, der kurzzeitig eine Erhöhung der Lautstärke bewirkt, wodurch sich ein perkussiver Höreindruck ergibt. Der Effekt wirkt stets nur kurz direkt nach Anschlag einer Taste. Soft Percussion setzt etwas weicher und leiser ein, Fast Percussion unmittelbar und sehr schnell, Third Percussion bezieht sich nur auf den dritten Partialton, hat also eine etwas schwächere Wirkung. Der Einsatz des Effektes erfordert eine bestimmte Spielweise, denn bei Legato-Spiel wird der Effekt nur beim ersten Ton ausgelöst; angebracht ist also eine Art »Staccato«-Technik. Bei vielen Organisten ist der Einsatz des Effektes, der einen metallischen, manchmal geradezu »gläsernen« Klang bewirkt, obligat und besonders gut etwa im Spiel von Keith Emerson, Organist von Emerson, Lake and Palmer, zu hören.

Literatur

Vail, Mark: Beauty in the B – The Hammond-Organ; Cupertino 2002

Diskografie

Santana: Santana (1969)
Brand X: Masques (1978)
Emerson, Lake and Palmer: Tarkus (1971)