Post-rock

Post-rock, auch Post Rock, zusammengesetzt aus lateinisch post über englisch post für »nach, danach« und Rock für »Rockmusik«, diffuse Bezeichnung für Rockmusik, die einerseits auf Rockmusik der 1970er-Jahre zurückgreift, andererseits aber auf jüngere Entwicklungen der Rockmusik seit etwa 1995 Bezug nimmt, die sich ihrerseits nicht unbedingt auf Vorbilder aus der klassischen Ära der Rockmusik der 1950er-Jahre bedient.

Der angeblich von dem britischen Musikjournalisten Simon Reynolds 1994 ins Spiel gebrachte Begriff nimmt keinerlei Rücksicht auf musikalische Gegebenheiten, wird mit ihm doch Musik so unterschiedlicher Bands wie beispielsweise Bauhaus, Cocteau Twins, My Bloody Valentine, Portishead, Mogwai, Sigur Rós und Mercury Rev als typisch für den Post-rock bezeichnet, oft mit der Begründung, nicht zum Mainstream der Rockmusik zu gehören, dennoch aber zeitgemäß zu sein. Die Kennzeichen des Post-rocks – etwa die parallele Verwendung avancierter Musikelektronik wie traditioneller Musikinstrumente, Polymetrik, textloser Gesang oder Gesang in Kunstsprache, Entfernung vom Blues, Konstruktion zeitlich ausgedehnter Klangprozesse, lange, ausschließlich instrumentale Abschnitte – sind allerdings durchweg auch Kennzeichen des Progressive Rocks der ersten Hälfte der 1970er-Jahre. So scheint der Begriff Post-rock nicht selten dann Anwendung zu finden, wenn der Begriff Progressive Rock aus ideologischen Gründen nicht benutzt werden soll.

Der Begriff selbst ist bereits in den 1960-Jahren verwendet worden, so in den USA im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der LP »Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band« der Beatles im Jahre 1967.

Literatur

Porterfield, Christopher: Pop Music: The Messengers, in Time Magazine 22.9. 1967

Weblink

blissout.blogspot.de/2010/03/even-earlier-post-rock-david-griffiths.html