Powerballade

Powerballade, zusammengesetzt aus englisch power für »Kraft, Stärke« und Ballade, langsamer Song, von einem Solo-Sänger mit großer Expressivität, mitunter auch übertriebener Emphase gesungen; die Abgrenzung zur »normalen« Ballade ist nicht eindeutig möglich.

Die Vorbilder von Powerballaden dürften in einigen Soul-Stücken etwa von Percy Sledge, Wilson Pickett und vielleicht auch Ray Charles zu finden sein. Allemal täuscht der Sänger darin durch Schluchzer und Seufzer eine besondere seelische Bewegung vor und wird in dieser Absicht auch von der Produktion unterstützt, etwa durch besondere Hervorhebung der Dynamik des Gesangs und der Zugabe von Hall einerseits, durch eine zurückhaltende Instrumentierung andererseits; formal handelt es sich allemal um Lied-Schemata. Powerballaden gab es zwar schon immer in der Popmusik und daher auch im Rock, der Begriff selbst wurde aber vermutlich erst im Laufe der 1970er-Jahre geprägt. Häufig werden die von Hardrock– und Heavy-Metal-Bands vorgetragenen langsamen Songs als Powerballaden bezeichnet.

Aus der unüberschaubaren Anzahl von Kompositionen, die mit dem Begriff belegt werden seien genannt: »Stairway to Heaven« (1971) von Led Zeppelin, »Love Hurts« (1975) von Nazareth, »I Want to Know What Love Is« (1984) oder »Still Loving You« von der deutschen Hardrock-Band Scorpions.