Powerchord

Powerchord, zusammengesetzt aus englisch power für »Kraft, Stärke« und chord für »Akkord«, Musikerjargon für Tonzusammenstellungen, die sich lediglich aus Grundton und Quinte, also aus offenen Quinten zusammensetzen; beide Töne können etwa durch Oktavierung mehrfach enthalten sein. Da zu einem Akkord wenigstens drei verschiedene Töne gehören, handelt es sich im strengen Sinn nicht um einen Akkord.

Im einfachsten Fall besteht ein Powerchord aus einem Grundton und der Quinte dazu, in C also beispielsweise C und G. Meisten wird der Grundton oktaviert, so dass sich C-G-c ergibt. Da die das Tongeschlecht bestimmende Terz fehlt, ist ein Powerchord weder Dur noch Moll, kann also universal eingesetzt werden, in diesem Beispiel sowohl in C-Dur als auch in c-Moll. Powerchords sind von erheblicher Wirkung, erst recht, wenn sie mit einem obertonreichen Klang gespielt werden, also etwa mit einer elektrischen Gitarre, deren Klang durch Übersteuerung des Verstärkers verändert ist.

Besonders Gitarristen setzen Powerchords häufig ein, doch gibt es auch nicht wenige Organisten – so etwa Keith Emerson und Jon Lord – in deren Spiel Powerchords relativ häufig vorkommen. Bei vielen Zuhörern allerdings rufen diese Zusammenklänge den Eindruck von Kälte, Starre und Abweisung hervor.
Offene Quinten scheinen auch den Zusammenhang zwischen traditioneller europäischer Kunstmusik und Rockmusik herstellen zu können: Die einleitenden Takte von Leoš Janáčeks »Sinfonietta« (1926) beispielsweise bestehen aus einer Kette von offenen Quinten; diese Komposition nahm Keith Emerson zum Anlass für sein Stück »Knife Edge« (1971), das durchaus wie eine genuine Rock-Komposition wirkt.

Diskografie

Emerson, Lake and Palmer: – (1971)