Race-Records

Race-Records, allgemein Bezeichnung für Schallplatten, die von schwarzen Musikern eingespielt und für ein schwarzes Publikum bestimmt waren.

Die Existenz von Race-Records war ein Ausdruck der Trennung von weißhäutiger und schwarzhäutiger Bevölkerung in den USA und damit selbst Bestandteil der Rassendiskriminierung. Zunächst waren es eher kleine, unabhängig agierende Labels wie Okeh Records und Black Swan Records, die ihr Programm diesem Markt zuordneten. Verlegt wurde vor allem Musik, der auf dem »weißen« Markt kaum Chancen eingeräumt wurden: Blues und Jazz, von dessen rauem Klang und seinen unverblümten Texten Weiße sich nicht angesprochen fühlten. Als die kleinen Labels mit ihren Schallplatten aber beachtliche Erfolg hatten, gründeten die etablierten und eher dem »weißen« Publikum zugewandten Plattenfirmen ihrerseits Unterlabel, die ausschließlich den »schwarzen« Markt bedienten. Nach dem zweiten Weltkrieg ließ sich angesichts der Leistungen schwarzer Soldaten eine derart strikte Trennung weder begründen noch aufrechterhalten und die Begriffe Race Music und Race-Records verschwanden aus dem Vokabular der Musikindustrie der USA. Nicht aber der Sache nach: Was vorher Race Music war, wurde nun offiziell Rhythm ’n’ Blues genannt. Für die Entwicklung der Rockmusik spielten die Race-Records eine wichtige Rolle.