Recording Industry Association of America

Recording Industry Association of America, abgekürzt RIAA, Dachverband der amerikanischen Schallplattenindustrie, 1952 in Washington D.C. gegründet; Aufgabe des Verbandes, dem die in den USA aktiven Labels und Tonträgervertriebe mit einem Marktvolumen von etwa 85% angehören, ist es, einerseits technische Standards in der Audiotechnik zu vereinbaren und verbindlich festzulegen, andererseits die Zusammenarbeit mit dem Gesetzgeber, zumal in Fragen des Urheber- und Nutzungsrechts im Musikschaffen. Eine weitere Aufgabe sieht die RIAA darin, statistische Daten bezüglich des Musikmarktes in den USA zu erheben, zu sammeln und Interessenten gegen Entgelt bereitzustellen.

Der Anlass für die Gründung der RIAA war eine technische Notwendigkeit: Mit Marktreife der LP und dem Ansinnen, mittels Absenkung der tiefen Frequenzen beim Mastering von Schallplatten – dies um die bei tiefen Tönen größere Auslenkungen des Schneidstichels zu verkleinern und damit der LP eine längere Spieldauer zu ermöglichen – war es notwendig, diese gewollte Verzerrung so zu gestalten, dass der Nutzer wieder ein entzerrtes Klangbild erhält. Es mussten also Maßgaben für den Schneidfilter beim Mastering wie für den Entzerrfilter im Wiedergabeverstärker normiert werden. Später legte die RIAA auch Normen für Tonbänder, Kassetten und die CD fest.

Eine zweite wichtige Aufgabe sieht die RIAA in der Lobby-Arbeit für die Belange der Schallplattenindustrie, wobei sie sich auch als verantwortlich in der Vertretung der Musiker sieht. Wie stets, wenn die Schallplattenindustrie sich der rechtlichen Lage von Musikern – Komponisten, Instrumentalisten, Sängern – widmet, wird der Schutz des Urheberrechts in den Vordergrund geschoben, obwohl es sich im Falle der Musikindustrie immer um Nutzungsrechte handelt.

Die RIAA vergibt in den USA auch die Auszeichnung Goldene Schallplatte: Für den Verkauf von 500 000 Platten bzw. CD wird die Golden Record, für eine Million die Platin Record und für zehn Millionen die Diamond Record verliehen. Dabei werden nicht reale Verkäufe gezählt, sondern die jeweilige Bestellzahl bei der Plattenfirma – also der Verkauf ab Plattenfirma – als Grundlage verwendet. Für die Meldung einer Platte sind diverse Kriterien einzuhalten.

Literatur

Fink, Michael: Inside the Music Business – Music in Contemprorary Life; New York/London 1989

Weblink

www.riaa.org (Offizelle Website der Recording industry of America)