Reharmonisation

Reharmonisation, Bezeichnung für die teilweise oder gänzliche Änderung der Harmonik eines vorhandenen Musikstückes; Reharmonisation ist besonders im modernen Jazz eine gängige Praxis; in der Regel lässt eine Melodie verschiedene Möglichkeiten ihrer Harmonisation zu.

Der einfachste Weg der Reharmonisation ist, einen in einer Komposition ursprünglich gegebenen Akkord durch Terzenschichtung zu erweitern, so dass die harmonisch eigentliche Herkunft des Akkordes verschleiert wird. Auch kann ein Akkord durch terzverwandte Akkorde, so genannte Medianten, ersetzt werden.

Die Praxis der Reharmonisation kam im Jazz etwa Mitte der 1940er-Jahre, also im Bebop und Modern Jazz auf, dies, weil genuine Bebop-Kompositionen nur in geringer Zahl vorhanden waren. So wurden gängige Titel aus der Swing-Ära, aber auch Kompositionen beispielsweise von George Gershwin einer Reharmonisation unterworfen. Pioniere auf diesem Gebiet waren etwa der Saxophonist Charlie Parker und der Pianist Dave Brubeck.