Rockismus

Rockismus, englisch: Rockism, unscharfer Oberbegriff, um bestimmte Spielarten von Pop-, vor allem aber Rockmusik als mehr oder weniger typisch männlich geprägt zu kennzeichnen; dazu gehören etwa Blues, Bluesrock, Hardrock und Heavy-Metal-Rock.

Von der einschlägigen Musikkritik wird der Begriff allemal abwertend verwendet: Gängige formale Topoi der Rockmusik wie etwa Blues-Schema, übliche Songstrukturen (Strophe, Refrain), expressiver, tatsächlich oder angeblich emotional bestimmter Gesang, die vorrangige Stellung der elektrischen Gitarre werden als Kennzeichen einer »rockistischen« Musik angesehen. Dass all diese Kennzeichen schon vor der Existenz von Rock – dessen Auftreten etwa ab 1950 angesetzt werden muss – verfügbar waren, wird unter der Prämisse eines tatsächlich oder vermeintlich vorhandenen Rockismus nicht gesehen. Ebenso wenig, dass die kompositorischen Mittel natürlich auch von Frauen genutzt wurden und werden – beispielsweise von Sister Rosetta Tharpe, Janis Joplin oder Ana Popovic, um nur wenige zu nennen. Rockismus, so sehr er sich als Schlagwort im Musikjournalismus nutzen lässt, kann sich nicht an Kompositionstechniken, Techniken des Arrangements oder formaler Gestaltung zeigen, sondern allenfalls daran, wer welche Musik für wen aus welchem Grund macht. So gesehen ist ein Blick in beliebige Verkaufs-Charts weit erhellender als das Geraune über eine angeblich »rockistische« Musik.