Sarabande

Stichwort Suite



Sarabande, französisch, spanisch Zarabanda, Paartanz im Dreiertakt, in Spanien und Lateinamerika beheimatet

Wegen seiner erotischen Komponente wurde der Tanz 1583 von der Inquisition verboten. Schon wenige Jahre wurde die Sarabande dem Verbot zum Trotz zunächst beim spanischen Hof (1618), dann beim französischen Hof (1625) eingeführt. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Sarabande ein schneller Tanz und wurde auch in anderen europäischen Ländern als solcher übernommen, so etwa Anfang des 17. Jahrhunderts von England. Nach 1650 verlangsamte sich das Tempo sukzessive, doch blieb die schnelle Form des Tanzes neben der langsamen gebräuchlich. Nach 1700 allerdings, als der Tanz Eingang in die Instrumentalmusik fand, wurde die Sarabande ein obligat langsamer Tanz, nach wie vor im Dreiertakt (3/2 oder ¾). In dieser Form gehörte der Tanz zwischen 1650 und 1750 stets zu einer Suite, etwa den Klaviersuiten J.S. Bachs. In jüngerer Zeit wurde die Sarabande etwa von Erik Satie, Claude Debussy und Igor Strawinksy wieder belebt. In der Rockmusik nutzte der Organist Jon Lord die Sarabande in seiner Suite »Sarabande« (1976).