Scat

Scat, auf Improvisation beruhende Gesangstechnik, bei der statt sinnvoller Texte lediglich Silben verwendet werden; die Gesangstechnik wurde im Jazz entwickelt. Das Wort, dessen Herkunft unbekannt ist, wird als Verb wie als Substantiv gebraucht.

Beim Scat wird die menschliche Stimme als Instrument genutzt, das heißt, dass die Sängerin oder der Sänger die Tongebung eines Instrumentes nachahmt. Texte wären dabei hinderlich, so dass Silben, die sich stets aus einem Konsonant und einem Vokal zusammensetzen aneinandergereiht werden.
Die Entstehung des Scat-Gesangs liegen im Dunkeln, doch wurde diese Art der Vokalimprovisation – die ihren Ursprung möglicherweise in den religiösen Liedern der Schwarzen des 19. Jahrhunderts haben dürfte – in den 1920er-Jahren einem größeren Publikum bekannt. Im Bebop war der Scat auch bei manchen Instrumentalisten besonders beliebt, so etwa bei dem Trompeter Dizzy Gillespie. Als Virtuosen des Scats gelten Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Betty Carter. Die Sänger Al Jarreau und Bobby McFerrin entwickeln viele ihrer Vokalarrangements aus dem Scat.

Scat ist für sich genommen kein eigenes Genre und als Technik in jeder Musik möglich. So finden sich hier und da auch Scat-Passagen in Rockmusik etwa schon bei Little Richard, dessen a-wopbop-a-loobop-a-lop-bam-boom in seinem Song »Tutti Frutti« (1955) vielen ein Beispiel der Sprachlosigkeit des Rock ‚n’ Roll bot, tatsächlich aber ein Nachklang des Scats war. Auch The Small Faces (»Lazy Sunday Afternoon«, 1968) und The Monkees (»Randy Scouse Git/Alternate Title«, 1967) griffen auf Scat zurück, allerdings in ironischer Absicht. Der Gitarrist George Wadenius sang während seiner Zeit bei Blood, Seat & Tears häufig unisono zu seinen Gitarren-Soli in Scat-Manier.