Schwarze Musik

Schwarze Musik, auch schwarze Musik, in Analogie für englisch: Black Music Bezeichnung für afroamerikanische Musik, also etwa Spiritual, Gospel, Blues, Rhythm’n’Blues, Jazz, Soul, Funk, Hiphop, Reggae und weitere mehr; durch den Begriff soll betont werden, dass es sich bei dieser Musik um eine kulturelle Leistung der auf dem amerikanischen Kontinent lebenden Menschen schwarzer Hautfarbe und deren aus Afrika verschleppten Vorfahren handelt.

Der Begriff wurde vereinzelt schon vor 1960 angewendet, kam zu breiter Bedeutung in den 1960er-Jahren im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA und sollte vor allem darauf hinweisen, dass die Afroamerikaner einen eigenen Beitrag zur amerikanischen, insbesondere zur US-amerikanischen Kultur geleistet haben, der Anerkennung verdient. Gerade diese war der afroamerikanischen Musik bis in die 1960er-Jahre versagt geblieben. Vor allem wurden die Ergebnisse der afroamerikanischen Kultur zwar auch für ein weißes Publikum nutzbar gemacht, die Urheber dieser Musik aber oft genug nicht als solche anerkannt.

Wurde diese Musik früher noch als Race Music bezeichnet, so wurde später der weitgehend inhaltsleere Begriff Rhythm’n’Blues verwendet. Spätestens in den 1960er-Jahren wurde der Wert der kulturellen Leistung der Afroamerikaner zwar in weit stärkerem Maße anerkannt, der Begriff Schwarze Musik aber wurde zu einem Etikett, mit dem jede Musik versehen wurde, an der Schwarze in irgendeiner Weise beteiligt waren. Übersehen wurde dabei mitunter, dass beispielsweise manch ein Soul-Titel von dem Song-Schreiber-Duo Leiber/Stoller stammte und die Stax-Begleitband Booker T. and the MGs zu gleichen Teilen aus schwarzen und weißen Musikern bestand.