Shoegazing

Shoegazing, englisch »die Schuhspitzen anstarren«, Bezeichnung für eine bestimmte Ausprägung britischer Rockmusik und deren Vertreter.

Der Ausdruck wurde Ende der 1980er-Jahre von der britischen Musikzeitschrift »Sounds« geprägt und von den Konkurrenzblättern »New Musical Express« (NME) und »Melody Maker« aufgegriffen. Gemeint war damit weniger eine bestimmte Musik, als das Verhalten einiger Musiker, die bei Konzertauftritten mehr oder weniger unbeweglich auf der Bühne standen und konzentriert auf ihre Gitarren sahen. Bei den Zuhörern entstand dabei der Eindruck, sie würden unablässig ihre Schuhspitzen anstarren. Zu der bald so genannten Shoegazer-Szene gehörten Bands wie Moose, My Bloody Valentine, The Boo Radleys, später auch The Verve. Mitte der 1990er-Jahre, nachdem sich viele Shoegazer-Bands aufgelöst hatten, geriet die Bezeichnung in Vergessenheit.
Musikalische Sachverhalte lassen sich kaum mit dem Begriff Shoegazing verbinden. Zwar handelt es sich durchweg um Gitarrenbands, doch deren Stilmittel wie der verzerrte Klang elektrischer Gitarren, unisono vogetragene Riffs und ein gewisser Vorrang der Melodie lassen sich auch bei anderen Bands dieser Zeit finden, die dennoch nicht zur Shoegazing-Szene gehörten.