Shuffle

Shuffle, englisch für »(das) Schlurfen«, rhythmisches Pattern, das auf der Dreiteilung von Vierteln beruht.

Zwar sind verschiedene Möglichkeiten der Notation üblich, doch stellen alle diese Notationen lediglich Annäherungen dar, da Kompositionen in der Regel weder in Rock noch im Jazz mit Hilfe des europäischen Notationssystems festgehalten werden. Grundlegend ist für den Shuffle, dass ein Viertel gedrittelt wird; dafür gibt es in der Notation das Hilfsmittel der Triole:

Shuffle1

In Musikstilen wie Swing und Boogie Woogie ist der Shuffle-Rhythmus so selbstverständlich, dass Notate wie

Shuffle2

obligat in

Shuffle3

aufgeteilt werden. Der Triolenrhythmus kann natürlich auf verschiedene Instrumente verteilt werden. Die Betonungen liegen dabei immer auf dem Beat, also auf den Zählzeiten 1, 2, 3 und 4 – wenn man unter Betonung eine punktuelle Anhebung der Lautstärke versteht.

Mitunter ist auch die Notierung

Shuffle4

zu finden, ein Zeichen dafür, dass der Ton vor dem Beat rhythmisch weder exakt den Wert eines Achtels noch den eines Sechzehntels hat, also Offbeat gespielt werden sollte. Das Viertel eines jeden Schlags kann zwar einigermaßen exakt dreigeteilt werden, doch ist es dem Musiker überlassen, davon eventuell auch in geringem Maß abzuweichen. In Software-Sequencern ist in aller Regel die Möglichkeit vorgesehen, einen gegebenen Rhythmus in einen Shuffle-Rhythmus umzuwandeln.
Es wäre im Übrigen relativ leicht möglich, die Triolenbildung im Vier-Viertel-Takt zu umgehen: Statt des Vier-Viertel-Taktes könnte ein Zwölf-Achtel-Takt eingesetzt werden:

128Takt

Dieser Takt ist ebenso ein »gerader« Takt wie der Vier-Viertel-Takt. Ob dem Zwölf-Achtel-Takt ein Sechs-Achtel-Takt vorzuziehen ist, ist eine Frage der harmonischen Gestaltung der jeweiligen Komposition wie auch eine des möglicherweise vorhandenen Textes. Hier sind bei der Transkription, die ja immer nur eine Annäherung an das tatsächlich zu Hörende ist, entsprechende Überlegungen zur Wahl der Taktart anzustellen.
Der Rhythmus ist im Übrigen an kein Tempo gebunden und kann langsam oder schnell gespielt werden; bei schnellen Shuffles orientiert sich häufig auch die Basslinie an dem Rhythmus. Nicht wenige Hörer verbinden gerade mit dem Shuffle-Rhythmus besonders intensiv das Phänomen des swing, also eines »Schwingens« in der Musik.
In älterem Jazz, Blues, Bluesrock und im Rock ist der Shuffle-Rhythmus allgegenwärtig; im Klavier-Boogie beispielsweise übernimmt ihn die Begleitung in der linken Hand. Manch eine Band – so etwa Status Quo – spielt beinahe ausschließlich Shuffle-Stücke, doch ist der Rhythmus in der Musik fast jeder Rockband zu finden: Bei Chicago (»VIII«, 1975) wie bei Emerson, Lake & Palmer (»Pictures At An Exhibiton«, 1971).

 

Diskografie

Status Quo: Top 100 (2010; Best-Of-Box)

 

Literatur

Petereit, Dieter/Quick, Herb: Solid Grooves; Bonn 1986