Singer/Songwriter

Singer/Songwriter, englisch für »Sänger/Liedschreiber«, Musiker, der seine Songs selbst textet, komponiert und vorträgt; von erheblicher Bedeutung ist der literarische Anspruch der oft sozialkritischen und politischen Texte, der noch Vorrang vor der Musik haben kann.

Der Tätigkeit und dem Anspruch nach sind natürlich viele Musiker im Bereich der Rock- und Popmusik Singer/Songwriter, doch werden mit dem Begriff eher Musiker aus Folk und Country Music bezeichnet – John Lennon etwa wird nicht Singer/Songwriter genannt, wohl aber Ami Mann, ob wohl bei de Musiker der Sache nach dasselbe machen. Selbst ein Singer/Songwriter wie Carole King, die ihre Karriere als Song-Schreiberin für Pop-Sänger und –Sängerinnen in den 1960er-Jahren begann, wird als Singer/Songwriter angesehen, da sie seit Ende der 1960er-Jahre ihre Songs selbst vortrug und unter eigenem Namen Platten veröffentlicht. Dennoch hat der typische Singer/Songwriter seine Wurzeln eher in Folk oder Country, und tatsächlich spielt der Blues als literarische wie musikalische Form eine untergeordnete Rolle spielt. In diesem Sinne sind etwa Joan Baez, Suzanne Vega, Carly Simon, Joan Armatrading, Natalie Merchant, Tracy Chapman, Tori Amos, Bob Dylan, James Taylor und Leonard Cohen Singer/Songwriter, und wenn sie – wie z. B. der Singer/Songwriter Lyle Lovett – ihre Fähigkeiten als Sänger mitunter als weniger wichtig einschätzen, so sind sie fast immer auch die besten Interpreten ihrer Songs. In der Wahl ihrer ausdrucksmittel sind diese Musiker auch längst nicht mehr auf die selbst gespielte akustische Gitarre beschränkt, sondern bewegen sich gleichermaßen souverän in Folk, Jazz, Rock und Country.
Der Singer/Songwriter als Idealtypus kommt aus den USA, seltener aus Großbritannien und in Deutschland gibt es den Begriff überhaupt nicht. Deutsche Musiker, die alle Bedingungen des Begriffs erfüllen – etwa Manfred Maurenbrecher, Stephan Stoppok oder Heinz Rudolf Kunze – müssen sich eher die Bezeichnung Liedermacher gefallen lassen.