Stop-time

Stop-time, von englisch stop für »Halt« im Sinne von »anhalten, angehalten« und time für »Zeit«, einer Generalpause vergleichbare Unterbrechung innerhalb einer Komposition

Stop-time tritt im Tanz,etwa dem Stepptanz, in Jazz und Blues wie überhaupt jeder Art von afroamerikanischer Musik bis hin zu Rock und Pop. Dabei wird ein eigentlich durchlaufendes Musikstück quasi »angehalten« und nach einer gewissen Zeit wieder fortgesetzt. Eine Stop-time hat häufig eine dramaturgische Aufgabe, etwa in Eddie Floyds Song »Knock on Wood« (1966), in dem während der Refrain-Textzeile »I’d better knock… on wood« derFluss der Msui unterbrochen wird, um mit vier Schlägen auf die Snare eben das Klopfen auf das Holz zu verdeutlichen. Stop-time bedeutet mithin nicht unbedingt wie bei einer Generalpause das völlige Schweigen aller Instrumente.Vielmehr soll einem wichtigen Element Raum gegeben. Ein weiteres Beispiel von Stop-time – von denen es indessen zahllose gibt – bietet »Oh, Darling« (1969) von den Beatles: Jeweils vor dem Ausruf »Oh« schweigen alle Instrumente. Im Soul der 1960er-Jahre wurde bei ähnlicher Gelegenheit nach dem Stop mit dem Gesang eines Bass-Sängers wieder eingesetzt. Im Jazz wird eine Stop-time häufig dazu verwendet, mit einem Break fortzufahren, ein komositorisches Verfahren, dass in gleicher Weise auch im Hiphop zu beobachten ist.
Da oft nach einer Stop-time die Begleitung von Bass und Schlagzeug geändert wird, ergibt sich mitunter der Eindruck einer Veränderung des Tempos. Dies ist in der Tat nicht der Fall, das Tempo bleibt gleich.


Diskografie

Eddie Floyd: Knock on Wood (1966)
The Beatles: Abbey Road (1969)


Literatur

Everett, Walter: The Foundations of Rock – From Blues Suede Shoes to Suite: Judy Blue Eyes; Oxford/New York 2009