Tetrachord

Tetrachord, zusammengesetzt aus altgriechisch tetra für »vier« und chorda für »Darm«, übertragen für »Saite«, Ausschnitt von vier aufeinander folgenden Tönen mit dem Umfang einer reinen Quarte; der Namensteil -chord ist nicht mit dem englischen Wort chord für »Akkord« gleichzusetzen, ein Tetrachord ist also kein Akkord.

Innerhalb einer C-Dur-Tonleiter mit den Tönen C-D-E-F-G-A-H-C bilden sowohl die Töne C-D-E-F als auch G-A-H-C jeweils einen Tetrachord, oder umgekehrt: Zwei aufeinander folgende Tetrachorde bilden immer eine vollständige Tonleiter; dabei folgt im Falle von Dur auf zwei Ganztonschritte immer ein Halbtonschritt.

Über die tatsächliche Bedeutung des Tetrachords in der Musikausübung der Antike gibt es keine Gewissheit, doch bildet der Tetrachord als ostinater Bass die Grundlage etwa für Passacaglia und Chaconne. In diesem Sinne – dann als Riff – spielt der Tetrachord auch in Jazz und Rock eine Rolle, häufig als Grundlage für Improvisationen. Doch gibt es beispielsweise auch Kompositionsabschnitte bis hin zu kompletten Song-Kompositionen, die auf einem Tetrachord basieren. Ein Beispiel bietet ein Abschnitt in der Rock-Suite »Tarkus« (1971) der britischen Band Emerson, Lake & Palmer. Ebenso beruht ein Teil des Songs »Strawberry Fields« (1967) von den Beatles auf einem Tetrachord. Auch die britische Gruppe Portishead setzte häufig Tetrachorde als Kompositionsgrundlage ein, doch ist die Zahl der Kompositionen, die im Wesentlichen aus einem Tetrachord bestehen, unüberschaubar.

Diskografie

The Beatles: I Am The Walrus (1967)
Chicago: Chicago II (1970)
Emerson, Lake & Palmer: Tarkus (1971)
Portishead: Portishead (1997)

Literatur

Josephson, Nors S.: Bach Meets Liszt: Traditional Formal Structures and Performance Practices in Progressive Rock, in: The Musical Quarterly 66; 1992
Halbscheffel, Bernward: Rock barock – Rockmusik und klassisch-romantische Bildungstradition; Berlin 2001