Toasting

Toasting, englisch, etwa »(etwas oder jemanden) feiern« im Sinne von hochloben, in verschiedenen Formen des Reggae möglicher und gebräuchlicher Sprechgesang, vergleichbar dem Rap etwa im US-amerkanischen Hiphop.

Toasting wurde von den Sound-System-Men, DJs also, die mit mobilen Verstärker- und Lautsprecheranlagen auf Jamaika umherreisten und ihr Publikum nicht nur mit Musik versorgten, sondern zu der Musik auch in einem singenden Tonfall die Musik kommentierten, ihr Sound System, ihre Dubplates und weiteres mehr anpriesen. Oft enthielten die Texte auch verschlüsselte, satirische Botschaften an die Zuhörer. Dabei wurden die einzelnen Zeilen ihrer poetischen Texte stets in Reinform gebracht, weniger aufgrund gleich auszusprechender Worte, als dass vielmehr der Klang beliebiger Worte einfach angeglichen wurde. Als Sprache verwendeten die Disc Jockeys erst Patois, eine auf Jamaika gesprochene kreolische Sprache; mit dem wachsenden Erfolg des Reggae weltweit wurde für das Toasting zunehmend auch Englisch verwendet. In jüngeren Formen des Reggae wie dem Dancehall Reggae, Ragga und dem Jungle wird ebenfalls Toasting eingesetzt. Der erste einem größeren Publikum bekannt gewordene Toaster war U-Roy; weitere waren Dennis Alcapone und Mitglieder der Gruppen Big Youth und Brigadier Jerry. Linton Kwesi Johnson schließlich hat Toasting zu einer poetischen Kunst entwickelt: Seine Dichtungen erfindet er nicht im Augenblick, sondern schreibt sie auf und liest sie zu Reggae-Musik vor.

Die Frage, ob sich Rap aus dem Toasting entwickelt hat, ist nicht zu beantworten. Eher dürfte die gemeinsame Grundlage von Rap und Toasting im älteren Talking Blues liegen.