Tribute Band

Tribute Band, auch Tribute Act oder Tribute Group, Rockband, deren Repertoire aus den Songs einer anderen, meist sehr bekannten und populären Rockband besteht.

Das Phänomen der Tribute Bands trat als Sonderfall der Cover Bands gegen Ende der 1960er-Jahre auf, als zunächst Amateur-Rockbands die Songs der Beatles nachspielten und bald ihr gesamtes Programm aus der Musik des Quartett bestritten; der Begriff Tribute Band kam allerdings erst etwas später auf. Schon früher wurden Einzelkünstler wie vor allem Elvis Presley nachgeahmt. Wurden die Beatles gleich von mehreren Bands imitiert – etwa von The Beatles Revival Band, The Japanese Beatles oder The Beatnix –, so wurde mit Abba-Songs vor allem die Tribute Band Björn Again populär. Weitere Tribute Bands sind etwa Pink Fraud (Pink Floyd Tribute Band), Acca Dacca (AC/DC Tribute Band), The Fab Faux, Beatlemania, The Bootleg Beatles (Beatles Tribute Bands), Tequila Sunrise (The Eagles), Draw The Line (Aerosmith Tribute Band), Demon´s Eye (Deep Purple Tribute Band), West end Girls (Pet Shop Boys Tribute Band), The Musical Box (Genesis Tribute Band), The Joshua Tree (U2 Tribute Band), No Way Sis (Oasis Tribute Band) und andere mehr.

Einige Tribute Bands führen die Musik ihrer Vorbilder in einen anderen Rock-Stil über: Beatallica bringt Beatles-Songs in der Manier der Heavy-Metal-Band Metallica auf die Bühne, Gabba spielt die Hits von Abba im Stile der Ramones – deren Schlachtruf war »Gabba Gabba Hey!« –, Dread Zeppelin arbeiten aus den Hardrock-Songs von Led Zeppelin entspannten Reggae. Led Zeppelin ist auch das Vorbild von Lez Zeppelin – eine nur aus Frauen bestehende Band, wie auch Iron Maidens (Iron-Maiden-Tribute-Band) oder AC/DShe (AC/DC-Tribute-Band). Umgekehrt imitiert Mandonna zwar Madonna, besteht aber komplett aus Männern.

In der Regel imitieren Tribute Bands auch Äußerlichkeiten wie Frisur und Kleidung. Vor allem aber ist es der Ehrgeiz der Musiker einer Tribute Band, die Songs der Vorbilder akribisch genau spielen zu können, und manche gehen soweit, komplette historische Konzerte anhand bekannter Setlists nachzuspielen.
Die geehrten Bands betrachten das Treiben ihrer Tribute Bands meist mit Wohlwollen, suchen aber nicht unbedingt deren Nähe. Tim Owens, Sänger einer Judas-Priest-Tribute-Band, wurde aber tatsächlich von den Musikern der Originalband gebeten, für den Sänger Rob Halford einzuspringen. Der hatte die Band verlassen, kehrte aber nach einigen Jahren wieder zurück, und Owens durfte wieder gehen. Owens war an insgesamt drei Alben der Band beteiligt.

Die Motive von Musikern, in einer Tribute Band zu spielen, sind unterschiedlicher Art: Häufig sind sie ohnehin Fans eben der imitierten Gruppe und würden eigene Songs mehr oder weniger unausweichlich auch im selben Stil spielen. Zudem können sie auf ein vorhandenes Publikum zurückgreifen, denn die Fans der Vorbilder hören sich Tribute Bands in der Regel wenigstens an. Dass viele Tribute Bands aus Australien kommen, hat seinen einfachen Grund darin, dass der internationale Rock-Konzertzirkus einen weiten Bogen um den fünften Kontinent macht. Australische Tribute Bands haben ihr Publikum also sicher, sind ihre Vorbilder doch jahrelang nicht auf den Konzertbühnen des Landes zu sehen.

Weblinks

pages.ripco.net/~economy/ais.html (Website zu Tribute Bands)
www.tribute-band.com (Website zu Tribute Bands)
www.tributecity.com (Website zu Tribute Bands)