Walkman

Walkman, Namen eines 1979 von dem japanischen Elektronikkonzern Sony auf den Markt gebrachtes Abspielgerätes für Tonband-Kompaktkassetten; für ein ähnliches Gerät dieser Art hatte der deutsche Andreas Pavel bereits 1977 ein Patent angemeldet.

Zunächst wurden nur Geräte hergestellt, die das Abspielen zuvor bespielter Kassetten erlaubten. Erst im Laufe der 1980er-Jahre kamen auch Geräte auf, die über eine Aufnahmemöglichkeit verfügten und Sony selbst brachte einen besonders hochwertigen Walkman auf den Markt – unter anderem war das Gerät mit einem Rauschtunerdrückungssystem der amerikanischen Firma Dolby ausgerüstet. Die Idee, die Akio Morita, einer der Gründer von Sony, für sich reklamierte, wurde bald von diversen Firmen nachgeahmt. Stetig wurden die Geräte kleiner, bis sie kaum größer als die inliegende Kassette selbst waren. Walkman-Kassettenspieler waren stereofon ausgelegt, konnten jedoch nur unter Verwendung eines Kopfhörers genutzt werden; statt eines mehr oder weniger sperrigen Kopfhörers wurden die Geräte bald mit Ohrhörern ausgeliefert. Außer einem Lautstärkeregler gab es keine weiteren Eingriffsmöglichkeiten, eingebaut war in manche Geräte lediglich eine schaltbare Bass-Anhebung. Avancierter Ausführungen verfügten über einen Line-Ausgang, der die Integration in eine Stereoanlage ermöglichte. Betrieben wurden die Walkman-Player mit zwei 1,5-Volt-Batterien oder einem Netzteil.
Der Namen Walkman war schon in den 1980er-Jahren in der Umgangssprache auf das Gerät selbst übergegangen, wenn Sony auch die Markenrechte daran besaß und ein entsprechendes Log kreiert hatte. Dieses Logo übernahm Sony auch für andere mobile Geräte wie Discman, und den Minidisc-Player. Keines dieser Geräte erreichte den Verbreitungsgrad des Walkmans, erst der MP3-Player und Handys, die ebenfalls Musikdateien abspielen konnten, verdrängten nach und nach den dann vergleichsweise unhandlichen Walkman.
Der Walkman steht für einen Umbruch im Musikkonsum. Zwar gab es schon vor 1979 mobile Aufnahme- und Abspielgeräte, doch erreichten diese nicht das breite Publikum. Die ebenfalls sehr kleinen und leichten Transistorradios waren seit den 1960er-Jahren zwar mehr oder weniger beliebt, waren aber an das jeweils ausgestrahlte Rundfunkprogramm gebunden, das kaum Rücksicht auf die musikalischen Vorlieben Jugendlicher nahm. Der Walkman war klein, leicht, unauffällig – zum Hören waren Ohrhörer unerlässlich -, vor allem aber war er individuell nutzbar: Die jugendlichen Nutzer stellten sich selbst Kassetten mit ihrer jeweiligen Lieblingsmusik zusammen und machten sich damit von Plattenfirmen wie Rundfunksendern unabhängig. In der Markteinführung des Walkmans durch Sony ist der Grund für die abnehmende Bedeutung der Musikindustrie zu sehen, ein Niedergang, der durch CD-Kopien und Online-Downloads nur beschleunígt wurde. Die Hoffnung der Industrie, durch den Verkauf bespielter Kassetten die Verluste beim Verkauf von LPs, CDs und Singles wettmachen zu können, erfüllte sich nicht. Sony stellte 2010 die Herstellung des Kassetten-Walkmans ein; bis dahin hatte die Firma über 200 Millionen der kleinen Bandgeräte verkaufen können.