Erasure

Erasure, britisches Popmusik-Duo, 1985 in London gegründet; das Duo wird von dem Keyboardspieler Vince Clarke, eigentlich Vincent John Martin, * South Woodford, London 3.7.1960, und dem Sänger Andy Bell, eigentlich * Andrew Ivan Bell, * Peterborough 25.4.1964 gebildet.

Bandbiografie

Vince Clarke, der zuvor Mitglied von Depeche Mode war und unter dem Namen Yazoo mit der Sängerin Alison Moyet zusammen gearbeitet hatte, suchte nach einigen Fehlversuchen, mit wechselnden Sängern zu arbeiten, über eine Zeitungsanzeige einen Sänger. Neben mehr als drei Dutzend weiteren Bewerbern meldete sich auch Andy Bell zum Vorsingen und erhielt den Zuschlag. Die Rollen waren von Anfang an klar verteilt. Der introvertierte Clarke widmete sich der Musik und blieb auch bei Konzerten eher im Hintergrund, während der extrovertierte Bell für den öffentlichen Auftritt zuständig war.
Zunächst aber kam Erasure schwer in gang. Hatte Clarke seine Songschreiber-Qualitäten schon bei Depeche Mode und bei Yazoo hinreichend bewiesen, so hatte das Duo mit den ersten zwei Singles weder in Europa noch in den USA rechten Erfolg. Erst die Single »Oh L´amour« (1986) kam wenigstens in Europa, zumal in Frankreich, in die Hitparaden. Die vierte Single, »Sometimes« (19869, brachte dem Duo dann den ersehnten Erfolg, erreichte Platz zwei der Top Ten in Großbritannien und blieb wochenlang in der Hitparade. Das dazugehörige Album, »The Circus« erwies sich als Goldgrube und sämtliche ausgekoppelten Singles erreichten wenigstens die Top Twenty.
Die Erfolgssträhne brach erst mit dem 1995 veröffentlichten Album »Erasure« ab. Die vorangegangenen Alben hatten es allesamt auf den ersten Platz der britischen Hitparade gebracht. Im übrigen Europa war das Duo nicht annähernd so populär und in den USA schafften es die Alben allenfalls in die Top Twenty. Eine Ausnahmen war die EP »Abba-esque«, vier Hits von Abba, die die beiden Musiker durch ihren elektronischen Wolf gedreht hatten und damit nicht nur sich, sondern auch den vier Schweden einen Gefallen getan hatte.
Mitte der 1990er-Jahre erlahmte das Interesse des Publikums an dem schillernden Duo. Gelegentlich blitzte das Potential des Duos noch einmal auf, so 1997 mit der Single »In my arms«, die in den USA unerwartet erfolgreich war, doch hatten Bell und Clarke den Zenit ihres Erfolges überschritten. Erst 2003 legten sie mit dem Album »Other people´s songs«, eine Sammlung von Cover Versions, wieder ein erfolgreicheres Album vor. Seitdem driftet Erasure allmählich in den Nostalgie-Zirkus ab: Ausverkauften Konzerten stehen mäßige Verkäufe der neuen Alben gegenüber.
Erasure ist eines der interessantesten Duos der Pop Music. Die Kombination von stur vor sich hin tönenden elektronischen Klängen Clarkes und dem exaltierten Falsettgesang Bells, der auf der Bühne ein Feuerwerk von Kostümen – eines schriller und geschmackloser als das andere – abbrannte, wurde etwa von Soft Cell oder Pet Shop Boys weder erreicht noch gewollt; Erasure war nicht romantisch und nicht intellektuell. Der respektvoll brutale Umgang mit den Abba-Kompositionen schadete den Songs nicht etwa, sondern offenbarte Seiten an den alten Hits, die wohl selbst dem schwedischen Quartett unbekannt gewesen waren. Schon Mitte der 1990er-Jahre zeigte sich aber, dass Erasure ein Produkt seiner Zeit war, fest verankert in den 1980er-Jahren, als man Pop Music noch mit einem Drum Computer und einigen Synthesizern fabrizieren konnte – wenn man denn einen interessanten Sänger dazu gesellte.



Diskografie

Wonderland (1986)
The Circus (1987)
The two ring circus (1987)
The Innocents (1988)
Wild! (1989)
Chorus (1991)
Abba-esque (1992)
Pop! The first 20 hits (1992)
I Say I say I say (1994)
Erasure (1995)
Cowboy (1997)
Loveboat (2000)
Other people’s songs (2003)
Nightbird (2005)
The Erasure Show (2005)
Acoustic live (2006)
Union street (2006)
Light at the end of the world (2007)
Live at the Royal Albert Hall (2007)



Weblinks

http://www.erasureinfo.com (Offizielle Website des britischen Pop-Musik-Duos Erasure)