Goldie

Goldie, eigentlich Clifford Joseph Price, britischer Popmusiker, * Wolverhampton 28.12.1965; zeitweilig benutzte der Musiker jamaikanisch-schottischer Abstammung auch den Namen Metalheadz.

Biografie

Clifford Joseph Price wuchs in Kinderheimen und bei Pflegeeltern auf. Bereits als Teenager war er eng mit der Hip-Hop-Kultur verbunden: Zunächst interessierte er sich für Breakdance, dann für das Sprayen von Graffitis. Seine fotorealistisch detaillierten Graffitis in der Region um seine Heimatstadt machten ihn nicht nur in der britischen in der Hip-Hop-Szene bekannt, so dass er Mitte der 1980er-Jahre nach New York ging. Um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern, verkaufte er dort die bei einigen HipHop-Anhängern beliebten Zahnreihen aus Gold (»Grills«).
1988 kehrte er nach Großbritannien zurück und schloss sich in London einigen DJs und Musikproduzenten an und spielte bald eine Rolle in der sich entwickelnden Drum´n´Bass-Strömung. So traf er auf Dego und Mark Mac, die das Label Reinforced Records gegründet hatten und Goldie nun in die Kunst des Remixens und der Plattenproduktion einführten. Nachdem er seine erste Single unter dem Namen Ajax Project veröffentlicht hatte, gab er sich 1992 den Namen Metalheads und legte weitere Singles vor, darunter »Killa muffin« und »Menace«. Mit »Terminator« machte er sich dann einen Namen in der mit Jungle bezeichneten Hip-Hop-Strömung, aus der sich später weitere Stile wie etwa Trip Hop entwickelten.
1994 gründete er dann unter dem Namen Metalheadz sein eigenes Schallplattenlabel. Das Label wurde zu einer Heimstadt der Jungle-Musiker und so finden sich zahlreiche bedeutende Platten im Katalog der Firma; unter anderem veröffentlichten Photek, Doc Scott, Source Direct, J Majik, Alex Reece und Optical ihre Musik bei Goldies Label. Mit seiner eigenen Musik hatte Goldie mittlerweile ebenfalls erheblichen Erfolg und unterschrieb einen Vertrag bei London Records. Dort veröffentlichte er 1995 sein erstes Album, »Timeless«, das so erfolgreich war, dass er von der Sängerin Björk eingeladen wurde, an deren anstehender USA-Tournee teilzunehmen.
Sein Doppelalbum »SaturnzReturn«, 1998 vorgelegt, illustrierte Goldies Bedeutung für ungewöhnliche Klangfindungen, setzte aber auch einen vorläufigen Schlusspunkt in seiner Karriere. Seitdem veröffentlichte der Musiker lediglich noch zwei Alben, die vom Publikum nur schwach wahrgenommen wurden.
Eine kleine Karriere betrieb Goldie als Filmschauspieler. So war er in Guy Ritchies überdrehter Gangsterkomödie »Snatch« (2000) und in dem James-Bond-Film »The world is not enough« (1999; Regie: Michael Apted) zu sehen. Später trat er hier und da auch in TV-Shows und –Serien auf.
Sein kurvenreiches Leben beschrieb Goldie in seiner Autobiografie »Nine lives« (2002; mit Paul Gorman).
Price alias Goldie hat etablierte Produktionsmethoden von Hip-Hop und Techno auf die Spitze getrieben und auf diese Weise eine ganze Musikrichtung maßgeblich beeinflusst. Seine mithilfe von Time Stretching überdehnten Samples lassen den Hörer formale Orientierung verlieren und hüllen ihn in verwehende Klangwolken ein. Dass sein künstlerischer Beitrag dabei mehr auf der Idee an sich, als in deren Ausformulierung – die er versierten Technikern überlässt – beruht, dass das Fehlen von Form auch schlichtweg ebenso kompositorischer Unwille wie Unvermögen sein könnte, muss den Zuhörer nicht stören.



Diskografie

Timeless (1995)
Ring of Saturn (1998)
Saturnzreturn (1998)
Malice In Wonderland (2007)



Weblink

http://www.metalheadz.co.uk (Website des von dem britischen Popmusiker Goldie gegründeten Labels Metalheadz)