Paula Abdul

Abdul Paula Julie, amerikanische Tänzerin, Choreografin und Popsängerin, * Los Angeles (Kalifornien) 19.6.1962.

Biografie

Paula Abdul tanzte als Cheerleader zu den Spielen der Basketballmannschaft Los Angeles Lakers so beeindruckend, dass nicht nur Sportler und Stadionpublikum ihr zusehen mochten, sondern auch Größen aus dem Show-Geschäft. Etwa ab Mitte der 1980er-Jahre, mit Beginn des Video-Zeitalters häuften sich denn auch die Anfragen von Pop-Stars, die sich von Abdul telegene Schrittfolgen zeigen lassen wollten. Abdul dachte sich unter anderem für Dolly Parton, George Michael und die Band Duran Duran interessante »Moves« aus, und selbst die Langbärte von ZZ Top übten konzentriert nach ihren Vorgaben einige täppische Schrittchen.

1986 fragte Janet Jackson bei Paula Abdul nach deren choreografischen Ideen und engagierte sie für die Videos zu den Songs »Nasty« und »I think of you«. Abdul hatte von der Zusammenarbeit allerdings mindestens soviel Vorteile wie Janet Jackson, denn die lebhafte Tänzerin war nach der Zusammenarbeit mit der Schwester Michals Jacksons überzeugt, Ähnliches selbst produzieren zu können.

Virgin America, soeben gegründet und auf der Suche nach Profis, nahm Abdul 1988 unter Vertrag, nicht ohne sich wenigstens von ihrem Gesangstalent überzeugt zu haben. Noch im gleichen Jahr erschien das Debütalbum »Forever your girl«. Aus dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt, die allesamt die Charts der USA erreichten – Abdul hatte ihre Madonna- und Janet-Jackson-CDs genau abgehört. Ein Remix-Album des Debüts erschien 1990, das Video zu dem Song »Opposite Attract« wurde im selben Jahr mit einem Grammy ausgezeichnet. Die zweite CD, »Spellbound«, dem Erstling sehr ähnlich, wurde 1991 veröffentlicht, war aber nicht ganz so erfolgreich wie »Forever your girl«.

Für die Sängerin und Tänzerin ein Menetekel: Private Schicksalsschläge hielten sie von kontinuierlicher Arbeit ab, erst Mitte der 1990er-Jahre fand sie wieder den Weg ins Studio und veröffentlichte 1995 »Head over heels«. Die Verpflichtung einer Vielzahl von seinerzeit aktuellen Produzenten half allerdings nicht über Paula Abduls grundsätzliche Unsicherheit, mit welcher Musik sie denn erfolgreich sein sollte, hinweg. Madonna und Janet Jackson konnte sie nichts entgegensetzen, jüngere Stars waren in der Zwischenzeit nachgerückt und hatten das ohnehin kleine Plätzchen von Abdul besetzt.

Dennoch blieb Paula Abdul dem Show-Business erhalten: Von 2002 bis 2008 saß sie in der Jury der Casting Show American Idol. Sie wusste wohl, wie man es macht, aber veröffentlichte selbst keine eigenen CDs mehr.

Paula Abdul war der Prototyp des Popstars für die Video-Epoche: Weniger die Qualität der Songs oder gar des Gesangs ist entscheidend, vielmehr ist es die Präsentation vor der Kamera. Die allerdings beherrschte Abdul perfekt. Die Songs der Sängerin Paula Abdul aber – durchweg mit reichlich elektronischem Gerät erzeugt und von ihr mit kleiner Jungmädchen-Stimme vorgetragen –, wirkten bereits nach kürzester Zeit abgegriffen und hielten dem Vergleich mit den Elaboraten von Madonna oder Janet Jackson nicht stand.

Auszeichnung

Grammy 1990

Diskografie

Forever your girl (1988)
Shut up and dance (1990; Remixes)
Spellbound (1991)
Head over heels (1995)

Weblink

www.paulaabdul.com (Offizielle Website der amerikanischen Popsängerin Paula Abdul)