Santigold

Santigold, eigentlich Santi White, bis etwa 2008 Santogold, amerikanische Popsängerin, * Philadelphia 1976.

Biografie

Santi White wuchs in Philadelphia auf, besuchte nach der regulären Schulzeit die Wesleyan University in Middletown (Connecticut) und widmete sich dort – interessiert an Musik – u. a. dem Studium afrikanischer und lateinamerikanischer Trommeltechniken. Längst schon mit dem Spitznamen Santogold bedacht, machte sie diesen Namen zu dieser Zeit zu ihrem Künstlernamen. Mit dem Musikgeschäft kam sie in Berührung, nachdem sie in der A&R-Abteilung der Plattenfirma Epic Records eine Job angenommen hatte. 2001 ließ die R&B-Sängerin Re sie san der Produktion ihres Albums »How I do« teilhaben, und wenig später wechselte Santogold aus der Musikverwaltung in die Musikpraxis. Zur gleichen Zeit stellte sie sich als Lead-Sängerin der Punk- und Ska-Band Stiffed an das Mikrofon und veröffentlichte mit der Band die Alben »Sex sells« (2003) und »Burned again« (2005). Martin Health, Eigner des Labels Lizard King Records und angetan von der auffälligen Sängerin, bot ihr einen Solovertrag an und produzierte mit ihr die Singles »Creator« und »L.E.S. Artistes«, beide 2007 veröffentlicht. Bedeutsamer für ihre Karriere aber war, dass der Produzent Mark Ronson sie für sein Album »Version« (2007) einlud. Santogold sang für Ronson eine Cover Version des Titels »Pretty Green« von The Jam.
Ihr Debütalbum als Solo-Künstler legte Santogold erst 2008 vor; bei der Produktion hatte ihr der Stiffed-Musiker John Hill zur Seite gestanden. Hill war nicht der einzige Helfer, vielmehr hatte die Sängerin diverse Produzenten zur Hilfe gerufen, darunter Chuck Treece, Moonie Pusey und Naeem Huwan. Einige der Songs wurden schnell bekannt, als sie für die Werbung verschiedener Produkte eingesetzt wurde. M.I.A und Björk engagierten sie für das Vorprogramm ihrer Konzerte, Coldplay holte sie für ihre Viva la Vida-Tour. Lily Allen und Ashlee Simpson fanden Gefallen an dem einen oder anderen Song von Santogold und übernahmen sie in ihr Repertoire.
Santogolds Karriere ist insofern ungewöhnlich, als dass eine afroamerikanische Sängerin mit Rock – ihre Musik ist eine Mischung von Punk, Ska und Reggae – erfolgreich ist. Auf ihrem Debütalbum präsentierte sie eine etwas uneinheitliche Mischung von Gitarrenrock und Elektro-Pop, der Vergleiche geradezu provoziert. Mitunter wird der Hörer innerhalb eines Songs mit unvorhersehbaren Brüchen geschockt: »You´ll find a way« etwa wechselt abrupt zwischen Punk und Ska. »Shove it« dagegen klingt wie die Dub-Version eines alten Songs von Siouxsie Sioux und  »I´am Lady« wirkt wie ein vergessener Song von Lene Lovich. In dem Umfeld gelackter und durch und durch selbstdisziplinierter R & B-Prinzessinnen wirkt Santigold, wie sich die Sängerin seit etwa 2008 nennt, allemal auffällig, ungewöhnlich – und authentisch.



Diskografie

Santogold (2008)
Master of My Make-Believe (2012)