Effektgeräte

Effektgeräte, englisch electronic devices, elekro-mechanische oder elekronische Geräte, auch Software, mit deren Hilfe der ursprüngliche Instrumenten- und Vokalklang in künstlerischer Absicht unterschiedlichen Verformungsprozessen unterworfen wird.

Wah-Wah-Pedal (Effektgerät)

Wah-Wah-Pedal (Fotolia)

Gab es um 1970 nur eine bescheidene Auswahl von Effektgeräten – etwa Bandechogerät, Feder- und Plattenhallgeräte, Verzerrer (Fuzz), Phaser und Wah-Wah-Pedal – so wurde das Angebot in den folgenden zehn Jahren durch die Entwicklung elektronischer Bauteile schier unübersichtlich, was Verfahren und Typenvielfalt betrifft. Vor allem auf dem Gebiet der Zeitverzögerung von Signalen und der Mischung von ursprünglichem und verzögertem Tonsignal wurden erhebliche Fortschritte erzielt, nicht zuletzt durch die Entwicklung digital arbeitender Geräte. Ursprünglich das Privileg einiger weniger Tonstudios, wandelte sich der Besitz von Effektgeräten für unzählige Musiker zu einer Selbstverständlichkeit.

Die meisten Effektgeräte werden als Zwischenschaltgeräte eingesetzt, d. h. sie werden zwischen Instrument und Verstärker geschaltet. Sie können aber auch zum Einschleifen in den Signalweg von Mischpulten oder entsprechend eingerichteten Verstärkern verwendet werden.

Grundsätzlich können zwei Arten von Effektgeräten unterschieden werden. Zum einen handelt es sich um Geräte, die das Signal aufspalten, indem sie es quasi kopieren und die Kopie mehr oder weniger stark zeitlich verzögern. Das verzögerte Signal wird dem usrpünglichen, unveränderten Signal beigemischt, wobei der Grad der Mischung vom Benutzer beeinflusst werden kann. Geräte, die auf dieser Grundlage arbeiten sind etwa Phaser, Delay, Echogerät, Chorus und Flanger. Eine zweite Gruppe von Effektgeräten verändert das Frequenzspektrum des Signals mehr oder weniger stark und nimmt Einfluss auf den Obertongehalt. Zu dieser Gruppe gehören Booster, Verzerrer (Fuzz), Wah Wah, Vocoder und Equalizer. In jüngerer Zeit werden auch zunehmend Effekte verwendet, die auf Samples beruhen, aus denen das ursprünglich vorhandene Signal in Echtzeit herausgerechnet und beispielsweise durch das Tonsignal einer Gitarre ersetzt wird. Der bekannteste Effekt dieser Art ist der sogenannte Faltungshall, doch wird diese Technik etwa auch zur Simulation von Verstärkern benutzt, die aufgrund ihrer eigenen Klangcharakteristik immer auch ein Effektgerät darstellen.

Stomp-Box (Verzerrer)

Verzerrer für Gitarren, eine so genannte Stomp Box

Um dem jeweiligen Instrument einen möglichst individuellen Klang abzugewinnen, ist es heute fast unumgänglich, den Klang mit Hilfe mehrerer Effektgeräte in einer nicht leicht nachzuahmenden Weise zu manipulieren. Aus diesem Grund ist beispielsweise die Zahl der von Gitarristen verwendeten Effektgeräte stetig gestiegen, so dass sie auf der Bühne zuweilen mehr Platz einnehmen als der Verstärker und dementsprechend in einem eigenen 19-Zoll-Rack untergebracht sind. Viele Musiker, vor allem Gitarristen, bevorzugen allerdings die sogenannten Stomp Boxes, also kleine Metallkästen mit wenigen Reglern und einem duch den Fuß zu betätigenden Schalter, die in der Regel nur einen Effekt erzeugen und mit anderen Effektgeräten in einer Kette verkabelt werden. Hat ein Gitarrist einmal die ihn interessierenden Effektgeräte gefunden, kann er sie in einem sogenannten Effect Board zusammenstellen, im einfachsten Falle ein Brett, auf dem die Stomp Boxes fest verschraubt sind. Meist sind diese Effect Boards spezielle Anfertigungen, doch liefern verschiedene Hersteller auch fertige Effect Boards.

Eingie Effektgeräte haben es zu einem gewissen Nimbus gebracht und sind nach wie vor lieferbar; zu ihnen gehören das Dunlop Wah Wah und das Fuzz Face – beide Geräte wurden von Jimi Hendrix benutzt.