Aimee Mann

Mann, Aimee, amerikanische Rockmusikerin (Gesang, Gitarre Bass, Komposition, Text), * Midlothian (Virginia) 8. 9. 1960.

Aimee Mann schrieb sich nach ihrer Schulzeit am Berklee College of Music ein, verließ die Hochschule aber schon nach kurzer Zeit und gründete die Punkband The Young Snakes. Mit dieser Band veröffentlichte sie eine EP (»Along with the young snakes«, 1982).
Unzufrieden mit den eingeschränkten Möglichkeiten des Punk verließ sie bereits 1983 The Young Snakes und tat sich mit einem mit ihr befreundeten Berklee-Studenten, Michael Hausmann, zu der Formation ‚Til Tuesday zusammen. Das 1985 veröffentlichte Debüt-Album der Band, »Voices Carry« erregte aufgrund eines zum Titelsong gehörigen Videos, das häufig bei MTV lief und schließlich einen MTV-Preis für das beste Video in der Kategorie Best New Artist erlangen konnte, einiges Aufsehen. In der Folge veröffentlichte Mann mit ‚Til Tuesday zwar noch zwei weitere Alben, doch entschloss sich die Sängerin 1990, ihre Karriere als Solistin fortzusetzen. Der Bezug zu ihrer musikalischen Vergangenheit blieb allerdings teilweise erhalten: Hausmann wurde ihr Manager, Multiinstrumentalist Jon Brion, Mitglied von ‚Til Tuesday, ihr musikalischer Partner; er produzierte später auch einige ihrer Alben.
Ihr erstes eigenes Album veröffentlichte Mann 1993. Bereits mit diesem Album zeichnete sich ab, was Mann auch mit den folgenden Alben widerfuhr: Die Kritik lobte die Musik und Mann fand die Anerkennung von Musikern, aber kaum Anklang beim Publikum. Ähnlich erging es ihr mit ihrer zweiten CD, »I’m with stupid« (1995). An den Aufnahmen zu dem von Brion mustergültig produzierten Album hatte neben Chris Difford und Glenn Tilbrook von Squeeze, Bernard Butler von Suede und Juliana Hatfield der Gitarrist Michael Penn, Bruder des Schauspielers und Regisseurs Sean Penn, teilgenommen. Aimee Mann und Michael Penn heirateten 1997 und arbeiteten in den folgenden Jahren als Musiker, aber auch in einer Organisation zur Wahrung der Rechte von Musikern zusammen.
Mann war inzwischen selbst Opfer der Gegebenheiten des Musikmarktes geworden. Das Fehlen von Hit-Songs und die marginalen Verkäufe ihrer CDs hatten zu ständigen Querelen mit ihrer Plattenfirma Geffen geführt und schließlich zum Auslaufen des Vertrages. Die Firma hatte die Aufnahmen zu ihrem dritten Album, »Bachelor No. 2 or, the last remains of the dodo« abgelehnt, da half auch ihr Erfolg mit dem Soundtrack zu dem Film »Magnolia« nichts.
Dennoch ermutigt von diesem Erfolg und von der Zahl der Verkäufe von »Bachelor No. 2« über das Internet und bei Konzerten gründete Mann 1999 ihr eigenes Label, das sie SuperEgo Records nannte. Ihr Image als »Musikerin für Musiker« konnte sie allerdings auch mit den auf SuperEgo veröffentlichten CDs nicht grundlegend verändern. CDs wie »The forgotten arm« (2005) fanden zwar wiederum die uneingeschränkte Bewunderung der Kritik, doch blieb Mann die Musikerin für Spezialisten.
Manns Musik wirkt dem ersten Eindruck nach wenig amerikanisch, sondern britisch. Ihre Songs durchzieht eine oft kaum greifbare ironische Melancholie, die sich gleichermaßen in Musik wie in den Texten und selbst in manchen Bemerkungen auf den Covern findet. Ihre Eigensinnigkeit zeigt sich nicht nur darin, dass sie Hit-Songs geradezu zu verweigern scheint, sondern auch in dem nicht gerade zeitgemäßen Veröffentlichen eines Konzept-Albums, wie es »The forgotten arm« darstellt. Abseits der Hitparaden allerdings zeichnen sich Aimee Manns Songs durch exakte Beobachtung und unanfechtbare handwerkliche Qualitäten aus.



Diskografie

Solo-Veröffentlichungen

Whatever (1993)
I’m with stupid (1995)
Magnolia: Music from the motion picture(1999; Soundtrack)
Bachelor No. 2 or, the last remains of the dodo (2000)
Lost in space (2002)
The forgotten arm (2005)
One more drifter in the snow (2006)
@’%&! Smilers (2008)

Mit The Young Snakes

Bark along with the young snakes (1982)

Mit ‚Til Tuesday

Voices carry (1985)
Welcome home (1986)
Everything’s different now (1988)



Weblink

http://www.aimeemann.com (Offizielle Website der amerikanischen Rockmusikerin Aimee Mann)