10,000 Maniacs

10,000 Maniacs, amerikanische Folkrockband, 1981 aus verschiedenen Vorläuferbands wie Still Life, The Mills und Burn Victims hervorgegangen.

Bandbiografie

Der Bassist Steve Gustafson (* 1957) hatte Anfang 1981 mit dem Keyboardspieler Dennis Drew (* 1957) in Jamestown (New York) die Band Still Life gegründet. Zu deren erster Besetzung gehörte neben dem Gitarristen Robert Buck und dem Schlagzeuger Chet Cardinale die Sängerin Terry Newhouse; als zweite Sängerin nahmen Gustafson und Drew die erst 18jährige Natalie Merchant hinzu. Dennoch hatte die Band in den ersten Monaten vor allem Besetzungsschwierigkeiten: Newhouse und Cardinale gingen, der Schlagzeuger Tim Edborg kam. Als zweiter Gitarrist stieß John Lombardo, der zuvor in der Band The Mills gespielt hatte, zu Still Life.

Mitte 1981 benannte sich die Band in Burn Victims um, wenig später in Anlehnung an den Horrorfilm »Two thousands Maniacs« (1964; Regie. Herschell Gordon) in 10,000 Maniacs. In der Besetzung Natalie Merchant, Lombardo, Buck, Drew, Gustafson und Edborg bestritten die 10,000 Maniacs im Herbst 1981 ihr erstes öffentliches Konzert. Beendet waren die Besetzungsschwierigkeiten damit nicht, der Posten des Schlagzeugers blieb bis 1983 vakant und konnte erst dann mit Jerry Augustyniak dauerhaft besetzt weden.

Nachdem sie zunächst fast ausschließlich Cover Versions gespielt hatten, entschlossen sich die Musiker im Anschluss an die ersten Auftritte, selbst Songs zu verfassen. 1982 wurde die erste EP aufgenommen (»Human concflict number five«), 1983 dann konnten die 10,000 Manaics bei Mark Records ihr erstes Album veröffentlichen. »Secrets of the I ching« ließ das heimischen Publikums zwar recht kalt, erregte aber die Aufmerksamkeit des einflussreichen britischen Radio-DJs John Peel. Nachdem der aus dem Album ausgekoppelte Song »My mother the war« die britische Hitparade erreicht hatte, tourte die Band daraufhin auch in Großbritannien und wurde 1984 schließlich von der britischen Filiale der Firma Elektra Records unter Vertrag genommen. Ein Jahr später kam »The wishing chair« (1985) in die Plattenläden.

Lombardo verließ 1986 die 10,000 Maniacs. Der Verlust traf die Band zwar schwer – gemeinsam mit Natalie Merchant hatte der Gitarrist die meisten Songs verfasst –, doch machten sich die Musiker unverdrossen an die Aufnahmen zu ihrem dritten Album. »In my tribe« (1987), eher der unbeschwerten Popmusik zugeneigt, präsentierte zwar im Grunde eine andere Band, doch erreichten die 10,000 Manicas mit dieser Musik endlich das Publikum in den USA: »In my tribe« und das nachfolgende Album »Blind man´s zoo« (1989) brachten den ersehnten größeren Erfolg. Auf dessen Höhepunkt gab Natalie Merchant 1991 ihre Absicht bekannt, die Band spätestens 1993 zu verlassen. So wirkte sie noch an »Our time in Eden«(1992) und 1993 am Auftritt der Band in der »Unplugged«-Reihe des Musik-TV-Senders MTV mit; dann schlug sie konsequent eine Solokarriere ein.

Gustafson, Drew, Buck und Augustyniak überredeten Lombardo wieder bei 10,000 Maniacs Gitarre zu spielen. Der hatte in der Zwischenzeit mit der Sängerin Mary Ramsey ein Duo gebildet; Ramsey kam nun als neue Sängerin zu den 10,000 Maniacs.

Allerdings fasste die Band nicht wieder Tritt. Der schwer erkrankte Buck starb im Jahre 2000, so dass die Band 2001 schließlich eine Art Pause einlegte: Gustafson und Drew gründeten die Band The Mighty Wallop!, Augustyniak Only Humen. 2002 versuchten die Musiker, ihre alte Band wiederzubeleben, doch als Lombardo gewahr wurde, dass seine Bandkollegen auch mit anderen Gitarristen verhandelten, ging er. Mary Ramsey dagegen blieb bei den Maniacs, bis die Sängerin Oskar Saville sie ersetzte.

Die 10,000 Maniacs sind einerseits eine der zentralen Bands des Alternative Rocks, andererseits eine der fragilsten Konstruktionen der Rockgeschichte – zusammengehalten wurde sie vor allem von ihrer langjährigen Leadsängerin Natalie Merchant. Im Grunde eine Folkrockband, haderten die Musiker mit der Erkenntnis, dass sie umso mehr Erfolg hatten, je mehr sie sich der Popmusik näherten. Auf diesem schmalen Grat konnte sich die Band nur mit Natalie Merchant halten, und so sind mit Merchant als Leadsängerin auch die überzeugendsten Alben der Band enstanden, von »Human conflict number five« (1981) bis »mtv unplugged« (1993) – letzteres ein grandioses Beispiel der emotionalen Kraft von Musik.

Diskografie

Human conflict number five (1981)
Secrets of the I Ching (1983)
The wishing chair (1985)
In my tribe (1987)
Blind man’s zoo (1989)
Hope chest: The Fredonia recordings 1982-1983 (1990)
Our time in Eden (1992)
MTV unplugged (1993)
Love among the ruins (1997)
The earth pressed flat (1999)
Campfire songs: The popular, obscure and unknown recordings (2004)
Live twenty-five (2006)
Music form the Motion Picture (2013)
Twice Told Tales (2015)

Weblink

www.maniacs.com (Offizielle Website der amerikanischen Rockband 10,000 Maniacs)