Regina Spektor

Spektor, Regina, amerikanische Popmusikerin (Gesang, Piano, Gitarre, Komposition, Text) russisch-jüdischer Herkunft, * Moskau 18. 2. 1980;  ihre Eltern emigrierten aufgrund antisemitischer Tendenzen in der Sowjetunion über Österreich und Italien in die USA, wo sie sich mit ihrer zu dieser Zeit neunjährigen Tochter in der New Yorker Bronx niederließen.

Biografie

Regina Spektor hatte seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht erhalten. In den USA setzte sie diese Ausbildung fort und wurde ganz traditionell an der Manhattan School of Music von Sonia Vargas unterrichtet. Erst als Jugendliche nahm sie allmählich Notiz von Rock, HipHop und Punk. Songs von Joni Mitchell und Ani DiFranco inspirierten sie zu eigenen Experimenten, ihre Texte in Musik zu fassen. Bevor sie sich allerdings mit diesen Versuchen an die Öffentlichkeit wagte, schloss sie ihr Kompositionsstudium am Purchase College in New York ab. Sie ging den in New York üblichen Weg, trat in den Cafés im East Village auf, nahm 2001 ihre erste CD auf, »11:11«, 2002 die zweite, »Songs«; beide Alben produzierte sie selbst. 2003 veröffentlichte sie bei Sire Records ihre dritte CD. Mit »Soviet Kitsch« konnte sie ihre bis dahin eher regional begrenzte Popularität erheblich vergrößern, ging mit The Strokes auf Tournee und lernte während dieser Tournee den Produzenten der Strokes, David Kahne, kennen. Kahne erklärte sich bereit, das nächste Album Spektors zu produzieren.

»Begin to hope«, 2006 veröffentlicht, zeigte eine höchst eigenständige Sängerin und Pianistin. Das Engagement von Kahne bewirkte, dass die CD weltweit wahrgenommen wurde – und mit ihr die Sängerin. Weltweit erhielt Regina Spektor Goldene Schallplatten für ihr Album. Kahne war zwar auch noch an der Produktion von zwei Song der 2009 veröffentlichten CD »Far« beteiligt, für die anderen Kompositionen hatte Spektor aber wahre Schwergewichte gewinnen können: Mike Elizando, Jacknife Lee und vor allem Jeff Lynne, der der Sängerin das melancholische »Genius next door« abtrotzte, die sich von den ELO-Reminiszenzen allerdings nicht beirren ließ.

Regina Spektors Musik ist oft genug mit dem Etikett »Anti Folk« oder »Anti Pop« versehen worden. Doch ist ihre Musik damit nur unzureichend charakterisiert. Zwar erinnert in der Tat ihr Gesangsstil durchaus gelegentlich an Ani DiFranco, auch an Fiona Apple, doch schimmert in ihren Kompositionen immer auch ihre fundierte musikalische Ausbildung am Klavier als Hintergrund durch. Selbst Pop-Harmonieschemata wie zum Beispiel in »On the radio« (»Begin to hope«) nähert sie sich mit Ironie und stört die Erwartungshaltung des Hörers mit abrupt überraschenden Abbremsungen. War die Musik der ersten CDs noch dünn instrumentiert und setzte vor allem auf ihren mit New Yorker Sprachklang durchsetztem Gesang und karges Klavierspiel, so erweiterte David Kahne für die Produktion von »Begin to hope« das Instrumentarium – mal um pizzicato gespielte Streichinstrumente, mal um die chinesische Violine Er Hu. Die Texte der literarisch gebildeten Sängerin wirken auf den ersten Blick autobiografisch, doch sind es fiktive Personen, die hier aus der Ich-Perspektive erzählen, selbst Dalilah schildert hier ihre von der offiziellen abweichende Version des Haarschnitts von Samson. Ein Alter-Ego schuf Regina Spektor sich mit der Figur Mary Ann. Literarischen Anspielungen finden sich häufig und unerwartet, es fallen die Namen E. Hemingway, F. Scott Fitzgerald, Virginia Woolf, B. Pasternak und W. Shakespeare, selbst der Album-Titel »Soviet Kitsch« stammt aus einer Passage des Romans »Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins« von Milan Kundera. Unvermittelt fließen aber doch eigene Erfahrungen ein – in den Songs »Fidelity« und »On the radio« (»Begin to hope«) imitiert sie kurz den Gesangsstil von Amanda Palmer von The Dresden Dolls, mit denen sie einige gemeinsame Auftritte absolvierte.

Diskografie

11:11 (2001)
Songs (2002)
Soviet Kitsch (2004)
Mary Ann Meets The Gravediggers And Other Short Stories (2006)
Begin To Hope (2006)
Far (2009)
What We Saw From The Cheap Seats (2012)

Weblink

http://reginaspektor.com (Offizielle Website der amerikanischen Sängerin Regina Spektor)