50 Cent

50 Cent, eigentlich Curtis James Jackson III, amerikanischer Gangsta-Rapper, * New York 6.7.1975.

Curtis Jackson, aus desolaten familiären Verhältnissen stammend, rutschte bereits als Kind in das Drogen-Milieu im Stadtteil Queens ab; eine kriminelle Karriere mit Drogenhandel, Raub und Gewalt schien vorgezeichnet. Dazu gehörte auch das Interesse für den Boxsport, dem er in einem Boxstudio nachging. Im Alter von 19 Jahren wurde er das erste Mal wegen Drogenverkaufs inhaftiert. In dieser Zeit gab er sich nach einem bekannte Kriminellen der 1980er-Jahre, den er bewunderte, den Namen 50 Cent.

Das Leben auf der Straße brachte es mit sich, dass er mit Rap und den daraus resultierenden Battles in Berührung kam. Ein Freund zeigte ihm, wie man Plattenspieler als Musikinstrument nutzen kann und der Rapper Jam Master Jay von der Gruppe Run DMC weihte ihn in die Geheimnisse der Musik ein. Jam Master Jay ließ 50 Cent dann für sein Label Jam Master Jay Records die ersten Songs einspielen.
Wenn auch aus diesen Aufnahmen keine CD entstand, so gelang es 50 Cent mit ihrer Hilfe, das Produzententeam Trackmasters für sich einzunehmen und endlich auch Musik zu veröffentlichen. Mit »How to rob«, einer humoristisch gemeinten Anleitung zur mehr oder weniger legal durchgeführten Anleihe bei existierender Musik, forderte er die Hip-Hop-Gemeinde heraus und Jackson erhielt Antwort etwa von Jay-Z und dem Wu-Tang-Clan. Damit war der Grundstein für eine Karriere als Gangsta-Rapper gelegt. Er wechselte zu Columbia Records, um die längst geplante und nahezu fertige CD »Power of the Dollar« zu veröffentlichen. Ein Anschlag auf den Rapper, bei dem neuen Schüsse auf ihn abgefeuert wurden, verschreckte aber die Label-Gewaltigen so sehr, dass sie den Vertrag mit 50 Cent aussetzten.
50 Cent gab nicht auf, sondern gründete mit Lloyd Banks und Tony Yayo die Formation G-Unit. Mit G-Unit und dem Produzenten Sha Money XL veröffentlichte er mixtapes, auf denen er zu bekannten und populären Beats seine Sicht des Lebens auf der Straße präsentierte. 2002 wurde Eminem auf diese Mixtapes aufmerksam und machte ihn mit dem renommierten Hip-Hop-Produzenten Dr. Dre bekannt. 50 Cent produzierte ein Remix für Eminem, das dieser in seinem Film »8 Mile« verwendete. Mehr noch: Eminem und Dr. Dre nahmen ihn für ihr Label Shady/Aftermath unter Vertrag.

2003 veröffentlichte 50 Cent sein Major-Debütalbum, »Get rich or die tryin´«, ein in seiner Sparte höchst erfolgreiches Album. Mit »The Massacre« (2005) und »Curtis« (2007) setzte der Rapper seine Karriere im Musikbereich fort, wenn er selbst auch längst auf anderen Feldern geschäftig war: Er hatte eine Plattenfirma gegründet, G-Unit Records, war mit den Schustern von Reebok übereingekommen, einen G-Unit-Turnschuh zu entwerfen, mixte Energiedrinks für die Getränkefirma Glaceau – die dann für einige Milliarden Dollar von Coca Cola gekauft wurde –, gab seinen Namen für ein Computer-Spiel (50 Cent: Bulletproof), gab den Namen G-Unit für eine Kosmetiklinie und erfand die Magic-Stick-Präservative.
Daneben gründete er mit G-Unit Films und Cheetah Visions zwei Filmproduktionsfirmen und 2007 auch einen G-Unit-Verlag, unterstützte seine Freunde bei G-Unit und beteiligte sich and zahllosen Produktionen anderer Musiker. Seine geschäftliche Umtriebigkeit und seine immensen kommerziellen Erfolge – er gilt neben Jay-Z als vermögendster Rap-Star – rief natürlich auch Gegner und Neider auf den Plan, so dass er immer wieder in Auseinandersetzungen mit anderen Musikern und Plattenlabels hineingezogen wurde.

50 Cent baute in wenigen Jahren ein Imperium auf, das zwar auf Musik basiert, aber längst Teil der Hiphop-Kultur geworden ist. Allein sein Name sorgt für volle Kassen. Dabei ist die Zahl seiner CD-Veröffentlichungen relativ klein. Seine Hiphop-Stücke – zumeist auf den Klängen von Drumbox, verfremdeten Drum-Samples und diversen Synthesizern basierend – sind formal extrem einfach gebaut, fast immer sind es lediglich ein- oder zweitaktige ostinate Figuren, zu denen er rappt. Die Mischung von Street-Credibility, für einen Gangsta-Rapper von essentieller Bedeutung, eingeführten Beats und diversen Anklängen an Mainstream-Pop, sorgten für ein breites Publikum, über den angestammten Kreis der Hip-Hopper hinaus. Daneben ist 50 Cent natürlich auch so etwas wie ein für die Jahrtausendwende typischer manifest gewordener amerikanischer Traum der Schwarzen – ein Ex-Drogendealer bringt es zum Millionär.

Auszeichnungen

Brit Award 2004

Diskografie

  • Guess who´s back (2002)
  • The new breed (2003)
  • Get rich or die tryin´ (2003)
  • The Massacre (2005)
  • Curtis (2007)
  • Before I Self Destruct (2009)
  • Animal Ambition: An Untamed Desire to Win (2014)

Weblink

www.50cent.com (Offizelle Website des amerikanischen Rappers 50 Cent)