Clutchy Hopkins

Hopkins, Clutchy, Pseudonym, Protagonist einer Geschichte um einen Musiker; real sind einige CDs veröffentlicht worden, die mit dem Namen in Verbindung gebracht werden, ohne dass bekannt ist, wer sich hinter dem Namen verbirgt, ob es sich um eine einzelne Person oder um eine Gruppe von Personen handelt.

Es existiert eine Biografie, die so ziemlich alle im Rock-, Pop- und Dance-Bereich beliebten Klischees versammelt und ein wenig – wie auch ein Foto, dass Hopkins zeigt – an die Biografie Don Van Vliets alias Captain Beefheart erinnert. Danach soll Hopkins Sohn eines bei dem Schallplatten-Label Motown beschäftigten Toningenieurs sein und als Twen zunächst in Japan bei den Rinzai-Shu-Mönchen studiert, dann in Indien eine Yoga-Ausbildung absolviert haben, ebenso eine Trommel-Lehre in Äthiopien, zwischendurch in diversen Städten – Bombay, Kairo – in Tonstudios gearbeitet haben, Anfang der 1970er-Jahre aber wieder in die USA zurückgekehrt sein. In den USA spielte er mit mehreren Größen des Jazz und des Funks – deren Namen allerdings im Dunklen bleiben –, es aber stets abgelehnt haben, dass sein Name auf den produzierten Schallplatten genannt wurde. Hopkins soll es vielmehr vorgezogen haben, unerkannt an kalifornischen Stränden zu leben, schließlich aber doch eine Höhle in der Mojave-Wüste als dauerhaftes Domizil gewählt zu haben.
Es gibt natürlich Bemühungen, Hopkins Identität aufzudecken, doch gingen diese Versuch über Vermutungen bisher nicht hinaus: Hinter der aberwitzigen Biografie wie der Musik könnten die DJs Madlib, MF Doom, DJ Shadow, Money Mark, Danger Mouse, oder Cut Chemist, vielleicht sogar ein Mitglied der Beastier Boys stecken. Dass die von Hopkins erzeugte Musik überhaupt bekannt wurde, ist einem Film zu verdanken, der 2006 bei der Internet-Videoplattform Youtube veröffentlicht wurde. Ebenfalls 2006 wurde eine CD unter dem Titel »The Life of Clutchy Hopkins« veröffentlicht. Die CD enthielt eine erstaunliche Mischung von Jazz, der an die Arbeiten von John Zorn wie Nik Bärtsch erinnert, Funk-Stereotypen, Einsprengsel von Hiphop und Anklänge an Psychedelic Rock, alles in allem ein perfektes Beispiel von Musik über Musik, bei der die die eigentliche künstlerische Leistung in der Montage von Bruchstücken vorhandener, kopierter oder nachgeahmter Musik zu suchen ist.
Weitere CDs des mysteriösen Alleskönners – er hatte für seinen Erstling angeblich alle Instrumente selbst betätigt – kamen in den Jahren 2008, 2009 und 2010 auf den Markt, »Clutch of the Tiger« (2008) unter Beteiligung des amerikanischen Multiinstrumentalisten Shawn Lee, »Music is My Medicine« (2009) unter Mitwirkung von Lord Benjamin. Das 2010 veröffentlichte Album »The Story Teller« will das Labels Hopkins’ in Form eines iPods erhalten haben, der neben der Musik auch eine in zehn Sprachen abgefasste Historie der Entstehung des Albums enthalten haben soll.

 

Diskografie

The Life of Clutchy Hopkins (2006)
Walking Backwards (2008)
Clutch of the Tiger (2008)
Music is My Medicine (2009)
Fascianating Fingers (2009)
The Story Teller (2010)

 

Weblink

http://www.clutchyhopkinsmusic.com/ (Offizielle Website von Clutchy Hopkins)