Jan Delay

Delay, Jan, Künstlername des deutsche Rappers und Sängers Jan Phillip Eißfeldt, * Hamburg 25.8.1976; Delay, englisch für Verzögerung, bezieht sich auf einen in der Musikproduktion häufig benutzten Echoeffekt. Eißfeldt verwendet über den Namen Jan Delay hinaus eine Vielzahl von Pseudonymen, häufig in lautmalerischer Anlehnung an die Namen bekannter Persönlichkeiten, so etwa Spliff Richard (Cliff Richard), Curtis Icefield (Curtis Mayfield), Neil Jan (Neil Young), Delay Lama (Dalay Lama), Funk Zander (Frank Zander). Auch Boba Ffett, nach der Figur Boba Fett aus der Filmreihe »Krieg der Sterne«, gehört zu seinen Alias.

Biografie

Eißfeldt nannte sich bei der Hip-Hop-Gruppe Absolute Beginner, später nur Beginner, zumeist Eizi Eiz. Neben seinem Engagement in diesem Trio bildete er mit DJ Tropf, eigentlich Kaspar Wiens (* 1976), das Hip-Hop-Duo La Boom; 1997 gründete er mit DJ Tropf das Hip-Hop-Label Eimsbush.
2001 veröffentlichte Eißfeldt unter dem Namen Jan Delay sein erstes Solo-Album. »Searching for the Jan soul rebel« – der Titel erinnerte an die erste LP der britischen Band Dexys Midnight Runners, »Searching for the young soul rebels« (1980) –, eine Folge von Reggae- und Ragga-Songs. Trotz des für einen Erstling großen Erfolgs gab es zunächst kein weiteres Album. Erst 2006 legte Delay eine neue CD vor: Auf »Mercedes Dance« präsentierte er sich mit einer um Bläser und Background-Sängerinnen erweiterten Band, der der Rapper den Namen Disko No. 1 gab. Reggae spielte kaum eine Rolle mehr und klang nur noch vereinzelt an (»Kirchturmkandidaten«). Stattdessen hatte Delay sich nun der Klangwelt des Funks vergangener Tage, etwa von Curtis Mayfield und Chic, angenommen. Beinahe logisch, dass auch ältere Rockstars auf seiner Gästeliste gestanden hatten: Udo Lindenberg sang mit ihm gemeinsam den Song »Im Arsch«.
Der Erfolg des Albums, das bald den ersten Platz der deutschen Album-Hitparade einnahm, führte 2007 dann zu Zweitverwertungen. »Searching – The Dubs« enthielt Dub-Versions einiger Songs seines ersten Albums, »Mercedes Dance Live« den Konzertmitschnitt der Tour zum Album.
Delay wurde immer wieder von anderen deutsche Hip-Hop-Gruppen angesprochen, Gastbeiträge zu ihren Veröffentlichungen zu liefern, so ist seine Stimme auch auf CDs etwa von Fettes Brot, Dynamite Deluxe und Udo Lindenberg zu hören.
Jan Delay verfügt über eine unverkennbare Stimme. Der nasale, leicht quengelige Klang seines Organs prädestiniert ihn einerseits für die Interpretation von Reggae und Ragga, andererseits hat er mit sicherer Hand gerade Cameos Song »Word up« für seine Konzerte verwendet – er klingt wie Larry Blackmon. An seinen Texten teilt sich die Meinung: Einerseits sind es Alltagsthemen, die er in witzigen Reimen besingt, daneben aber gibt es auch gesellschafts- und zeitkritische Töne.



Diskografie

Searching for the Jan soul rebel (2001)
Mercedes dance (2006)
Searching – The Dubs (2007)
Mercedes dance live (2007)



Weblink

http://www.jandelay.de (Offizielle Website des deutschen Rappers und Sängers Jan Delays)